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DUNKELSCHÖN - Katharsis

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Artist DUNKELSCHÖN
Title Katharsis
Homepage DUNKELSCHÖN
Label SCREAMING BANSHEE
Leserbewertung
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8.3/10 (7 Bewertungen)

Mit dem aktuellen Album ist nun das bereits vierte Werk dieser dunkelschönen Folkgruppe auf den Markt gekommen. DUNKELSCHÖN sind bekannt dafür, dass sie ihre Liebe zur Musik mit zauberhaften Folkmelodien und kraftvollen Liedern, die ihre tiefen Wurzeln in fremden Kulturen und alten Zeiten haben, ausdrücken. Ihre Songs entstehen aus einer inneren Hingabe zu diesen Wurzeln und bestehen nur zu einem sehr geringen Teil aus übernommenen Melodien. Mehr als bei der musikalischen Seite greifen DUNKELSCHÖN auf Original-Texte zurück, die zumeist auch in ihrer jeweiligen Sprache gesungen und mit frischen/ passenden Noten versorgt werden. Der Klangteppich, der mit den Instrumenten und dem Gesang ausgebreitet wird, entführt in die Tiefen anderer Welten und Epochen.

Bevor bei „Mandaliet“ die kraftvollen Takte eines Tanzes angeschlagen werden, erfolgt der Auftakt mit einem Flötenspiel. Zum Text aus „Carmina Burana“ wurde eine Melodie geschaffen, die jeden Freund des Mittelalters zum Tanzen bringen wird. Die schwedische Volksweise „Kristallen den Fina“, eine von zwei Traditionals auf diesem Album, beginnt soft und führt mittels rollendem „R“ im Gesang über ein sattes Aufbegehren schließlich wieder zu einem sanften Ausklang. Ein sanftes, tanzbares Lied ist „Askath, die weißen Raben“, welches den ganzen Körper in leichte Schwingungen versetzt. Hingegen „Lacrima“ mit seinen starken und dunklen, gleichmäßigen Tönen des Cellos und dem lateinischen und mehrstimmigen Gesang einen Hang zum Rockigen bekräftigt. Mit „Mon Ami“ spielt die Flöte auf zu einem französischen Rundtanz. Der Hörer spürt bei geschlossenen Augen, wie sich die Leute förmlich an den Händen haltend um die Bäume und Tische herum bewegen, bis dann schließlich zum Ende hin der Takt so schnell wird, dass der Körper vibriert. Mit Sprechgesang beginnend erinnert „Deine Flammen“ an den modernen Deutschrock von ROSENSTOLZ oder SILBERMOND. Ein eingängiger Sound, der nicht nur den Mittelalter-Fans sofort ins Ohr geht. Krasser Gegensatz dazu ist „Dein Gedenken“, welches in Begleitung einer verträumten Harfe an die Melodien alter deutscher Volkslieder anknüpft. Auf den Spuren von LOREENA MCKENNITT wandeln die dunkelschönen Musiker mit „Mion Mar“, einem orientalischen Bauchtanz gleich wird ein kräftiger Beat angeschlagen. Bei geschlossenen Augen erheben sich die Kuppeln der Moscheen aus 1001 Nacht vor dem inneren Auge, während der Text einen Zauberspruch Merlins wiedergibt. „Quiet Lands“ ist als zweites Traditional dieses Albums ein schottisches Schlaflied. Das Arrangement dieses Liedes mit den dunklen Tönen des Cellos und dem besinnlichen Gesang strahlt eine unendliche Ruhe aus. Vor dem inneren Auge streift der Blick über die sanften und saftig-grünen Hügel der schottischen Gebirgsebenen. Mit dem Instrumental „Haganusa“ wird ein rockiger Rhythmus angeschlagen, bei dem sich über dem gleichbleibend rasanten Sound die Soli einzelner unterschiedlichster Instrumente drüber legen. Mit „Aeris“ lässt die Harfe den Hörer in das Herrschaftsgebiet von Morgaine, der Halbschwester König Artus´, eintauchen und hinter den Schleiern der Nebel von Avalon verschwinden. Den Ausklang dieses Liedes bildet ein Livemitschnitt von einer Keltenstätte, bei der der Wind seine eigene Melodie auf der Harfe spielt.

Alles in allem ein stimmiges, dem Genre entsprechendes Musikwerk mit bezaubernden Klangwelten. Als nachteilig ist eher die düstere Gestaltung des kleinen Booklets zu bezeichnen. Nichts gegen den Inhalt, im Gegenteil, war er doch interessant zu lesen. Aber schwarze Schrift auf dunkelblauem oder fast schwarzem Hintergrund ist einfach nicht mehr leserlich. Und darum ist es schade um die schönen Texte.

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