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DUPONT - Entering the Ice Age

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Artist DUPONT
Title Entering the Ice Age
Homepage DUPONT
Label PROGRESS PRODUCTIONS
Leserbewertung
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7.7/10 (6 Bewertungen)

Nein, zu den schnellsten gehören Riccardo und Danucci nicht. Alle 4 Jahre ein Album, immer auf einem neuen Label. Mag ein Grund dafür sein, dass DUPONT der große Durchbruch bislang versagt blieb, obgleich man musikalisch ganz vorne mitschwimmt in der heutigen Elektro Szene. Wobei man geschickt Elemente des klassischen EBM mit modernen Stilmitteln kreuzt. Das Ergebnis einer Konsolidierung: Auf „Ukraina“ (2001) heftiger Old School Electro mit aggressiven Vocals, auf „Intermezzo“ (2005) eine Hinwendung in Richtung Synthie Pop. Nun also betreten wir die Eiszeit, eine Metapher für kalt-präzise Härte, schneidende Melodielinien und glasklare Song Strukturen.

Mit dem Opener „Run for Protection“ sowie „Behave“ erinnert man noch am ehesten an die Frühphase, typische Sequenzer-Folgen, die allerdings nicht so puristisch ausfallen wie beispielsweise bei den Landsmännern SPETSNAZ. Wobei der erfahrene Band-Chronist bei „Behave“ natürlich aufhorcht – so lautete nämlich bereits der Titel der ersten EP und hier hat man quasi einen eigenen Klassiker neu aufpoliert. Mag man nach so langer Produktionszeit und nur 40 Minuten Spieldauer ein wenig kritisch sehen, qualitativ gesehen aber sicher ein Höhepunkt. Für die „andere“ Seite von DUPONT stehen beispielsweise „New Dawn“ oder der Titeltrack. Hier singt Riccardo eher, das Ganze wirkt zudem poppiger mit sehr einnehmenden Refrains, die eine gewisse Melancholie nicht leugnen können. Als Referenz möchte ich hier COVENANT anführen, was kein Zufall ist, denn die beiden Formationen sind seit langer Zeit befreundet und Eskil war auch am Aufnahmeprozess beteiligt. Gegen Ende der Platte wird es mir ein wenig zu sphärisch, die letzten Tracks wabern zwar nicht uninteressant aber etwas ziellos aus dem Äther. Hier hätte es gerne noch ein richtiges Ausrufezeichen geben dürfen in Punkto Härte oder „Hit“. Einzig das leicht hypnotische „Dope of Love“ kratzt an diesem Trademark.

Das ändert nichts daran, dass DUPONT auch mit ihrem dritten Langspieler wieder ein vorzügliches Werk voller Einfallsreichtum und produktionstechnischer Klasse abgeliefert haben. Die Lyrics sind ebenfalls nicht ohne, Wortspiele galore und die oligatorischen deutschen Sprachfetzen dürfen natürlich nicht fehlen. Mit dieser sehr interessanten Mischung aus COVENANT und POUPÉE FABRIKK sollten die Skandinavier ihre ureigene Nische gefunden haben. Jetzt müssen sie nur noch daran arbeiten, selbst entdeckt zu werden, verdient haben sie es schon lange…

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