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DURAN DURAN - Future Past

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Artist DURAN DURAN
Title Future Past
Homepage DURAN DURAN
Label BMG
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In den Achtzigern kam man an DURAN DURAN nicht vorbei. Die Kapelle um den charismatischen Sänger Simon Le Bon gehört zu den Vorreitern des New Romantic und hat im Laufe der Jahre mehr als 100 Millionen Tonträger verkauft. Mit dem Video zu ihrer dritten Single „Girls On Film“ sorgten die Briten gleich mal für einen Skandal. Die BBC warf den Clip wegen zu viel blanker Haut komplett aus dem Programm, MTV (damals nur in den USA zu empfangen) zeigte ihn nur nach 23 Uhr und auch dann nur zensiert. Den Höhepunkt ihrer Karriere erlebten DURAN DURAN wohl Mitte der Eighties mit dem Hit „The Wild Boys“, danach wurde es zunächst stiller um die Band, bevor ihr insbesondere dank der emotionsgeladenen Nummer „Ordinary World“ 1993 ein Comeback glückte. Das letzte Studio-Album „Paper Gods“ erschien 2015, jetzt legt die Kapelle mit „FUTURE PAST“ ihre 15. Studio-Veröffentlichung vor. Von der Gründungsbesetzung war und ist durchgängig nur Tastenmann Nick Rhodes mit von der Partie. Simon Le Bon ist 1980 dazugestoßen, John Taylor hat bei der Gründung 1978 noch Gitarre gespielt, wechselte später zum Bass und nahm sich von 1997 bis 2001 eine DURAN-DURAN-Auszeit. Die Felle bearbeitete von 1979 bis 1985 und wieder seit 2001 Roger Taylor, der im Übrigen nicht mit John verwandt ist.

Soweit die Fakten zu DURAN DURAN und jetzt zu den 15 Songs auf „FUTURE PAST“. Den Anfang macht der Track „INVISIBLE“, mit dem Simon Le Bon gleich mal klarstellt, dass seine Stimme nichts von ihrer Ausdrucksstärke verloren hat. Ansonsten wird vergleichsweise beliebiger Pop geboten, der auch im Falle des nachfolgenden „ALL OF YOU“ nett anzuhören ist, aber nicht wirklich aufhorchen lässt. Auch die lange Feature-Liste trägt wenig dazu bei, der Platte zu einem Alleinstellungsmerkmal zu verhelfen. Der Gastauftritt der schwedischen Sängerin und Songwriterin TOVE LO („Habits (Stay High)“) ist durchaus gelungen, das Lied jedoch insgesamt zu austauschbar. „ANNIVERSARY“ bittet druckvoll auf den Dancefloor, während der Titeltrack „FUTURE PAST“ zur emotionalen Hymne gerät, der ein Hauch weniger Pathos gutgetan hätte. „VELVET NEWTON“ und insbesondere „BEAUTIFUL LIES“ drängt es erneut auf die Tanzfläche, bevor „TONIGHT UNITED“ und „WING“ aus den Boxen plätschern und „NOTHING LESS“ und „LAUGHING BOY“ auf Kuschelkurs bleiben. „HAMMERHEAD“ bekommt dank der britischen Rapperin IVORIAN DOLL eine Prise Sprechgesang verpasst. „INVOCATION“ übernimmt mit einem gerüttelt Maß an Ergriffenheit, kommt aber leider nicht auf den Punkt, ehe „MORE JOY“ die japanische Girl-Disco-Punk-Combo CHAI mit ins Boot holt. Viel mehr als ein paar Wortfetzen dürfen die momentan sehr angesagten Asiatinnen dem Liedchen allerdings nicht hinzufügen. Bleibt noch das große Piano-Finale mit „FALLING“ und dem amerikanischen Pianisten MIKE GARSON, der insbesondere durch seine Zusammenarbeit mit DAVID BOWIE, ST. VINCENT, NINE INCH NAILS und den SMASHING PUMPKINS bekannt geworden ist.

Nein, „FUTURE PAST“ ist keine wirklich schlechte Platte, aber eben auch keine, die durch herausragende Musik in Erinnerung bleibt. DURAN DURAN haben zweifellos ihren Platz im großen Musik-Zirkus, aber mit ihrem 15. Streich beweisen sie nicht eben, weshalb das so ist. Stattdessen servieren die Herren ein mehr oder weniger gutes Mittelmaß, das auch nicht besser dadurch wird, dass u.a. auch Graham Coxon (BLUR), LYKKE LI, der DJ Erol Alkan, Mark Ronson und Giorgio Moroder daran mitgearbeitet haben. Die Aufmachung der Platte ist dafür wirklich schick und hochwertig und ich darf zudem konstatieren, dass Simon Le Bons Organ tatsächlich dafür gemacht ist, Erinnerungen an die achtziger Jahre wieder aufleben zu lassen. Mensch, waren das wilde Zeiten…

Hinweis: Üblicherweise werden beim Terrorverlag nur die Künstlernamen großgeschrieben. Aus künstlerischen Gründen haben DURAN DURAN darum gebeten, dass sowohl der Album- als auch alle Einzeltitel in Großbuchstaben erscheinen. Daher ist die Optik der Rezension an dieser Stelle etwas anders als üblich.

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