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DYSTOPIAN SOCIETY - Cages

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Artist DYSTOPIAN SOCIETY
Title Cages
Homepage DYSTOPIAN SOCIETY
Label AFMUSIC
Leserbewertung
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5.9/10 (11 Bewertungen)

Dystopische Gesellschaftsformen sind schon lange Stoff in Film und Buch, auch in der Musik war „A Brave New World“ bereits einige Male thematisch vertreten, doch eine Band, die schon im Namen das anspricht, was unsere modernen Ängste ausdrückt, ist mir neu. In Zeiten von Vorratsdatenspeicherung, ACTA und Cyberkriegen, ist George Orwells Klassiker „1984“ so gegenwärtig wie nie, wen verwundert es also, dass eine italienische Band namens DYSTOPIAN SOCIETY ihr Debüt in diesem Zeitalter feiert? „Cages“ spielt genau mit den Themen, die den Menschen vor Jahrzehnten noch als Fiction vorkamen und heute immer mehr zur traurig-schockierenden Realität werden.

So handelt schon der erste Track „Last Crusade“ von den hirnverbrannten Ideologien eines Soldaten, der schlussendlich fürs Vaterland stirbt, wenn das nicht ein passender Auftakt für dystopische Gesellschaften ist, weiß ich auch nicht. „Antisocial“, Nummer 4 auf CAGES spiegelt in unglaublich realistischer Weise das Denken vieler von der Gesellschaft verstörter Menschen wider, man singt von Rückzug in die Isolation und ständigem Konsum von billigstem Wein, das alles kommt mit einem so schleppend-düsteren Sound auf den Hörer zu, dass man selbst reflektiert, wie viel Antisocial“ in einem steckt. Wer jetzt glaubt, das ganze Album wäre nur von „schweren Melodien“ geprägt, irrt aber, der Titeltrack beispielsweise zieht sich nur die ersten 2 Minuten, unterstützt von den Spoken-Words von Max Skam, der Gesangsstimme, welcher man beim Hören weder eindeutig männliche noch weibliche Züge zuschreiben möchte. Danach folgt ein wunderschöner Pogo-Punk-Part, der dann wieder in einer schwermütigen Melodie endet. Darauf folgt auch gleich ein durchgehend aggressiver Titel, „Heretic“, dieser steht in rotziger Art und Weise für die Ablehnung von Kirche und Staat, wie man es eben nur in dieser Musiksparte finden kann.

„Cages“ ist trotz der oft sehr schleppenden, scheppernden und melancholisch-aggressiven Musik auf jeden Fall ein Album, das „Spaß“ macht und so schnell nicht langweilig wird. Ich selbst höre es gerade zum 6. Mal am Stück und finde immer wieder äußerst interessante Nuancen in Gesang und Musik. Perfekt für jeden, der auf Bands wie CHRISTIAN DEATH, SKELETON FAMILY oder DIVA DESTRUCTION steht.

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