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EAST CAMERON FOLKCORE - For Sale

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Artist EAST CAMERON FOLKCORE
Title For Sale
Homepage EAST CAMERON FOLKCORE
Label GRAND HOTEL VAN CLEEF
Leserbewertung
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8.2/10 (5 Bewertungen)

Das Musiker-Kollektiv EAST CAMERON FOLKCORE ist wütend, das ist definitiv nicht zu überhören. Die elf Damen und Herren aus Austin/Texas, die auch schon mal mit noch mehr Leuten gemeinsam Musik machen, verknüpfen in ihrem Sound die Energie und den Zorn einer Hardcore-Kapelle mit eingängigen Folk-Melodien und würzen wohlfeil mit Punk und Country. Konserviert wurde das Ganze auf einem Silberling namens „For Sale“, mit dem die wild gewordene Horde bei uns debütiert.

Zunächst gibt es beim Opener „Robin Hoods Rise“ Ausschnitte einer Rede von Mario Savio, dem Wortführer der 1960er US-Studentenproteste, zu hören, ehe die Band mit rauem Gesang und krachender Instrumentierung einsteigt. ECF haben etwas zu sagen und tun dies lautstark. „Humble Pie“ mit seinen flotten Banjo-Klängen klingt da deutlich versöhnlicher und mit dem ruhigen „Chasing The Devil“ lassen die Südstaatler sogar Platz für dunkel angehaute Streicher und smoothe Tonfolgen, die am Ende jedoch wieder eine krachende Auflösung erfahren, was allerdings keinesfalls zum Schaden ist, sondern absolut stimmig rüberkommt. „Salinger Is Dead“ schließt sich ebenso wie „Worst Enemy“ mit viel Herzblut und Spielfreude an, bevor „Don’t Choke“ Fifties-Songwriting á la DRIFTERS ins Spiel bringt. Sehr cool und dank Stacheldraht-Vocals alles andere als lieblich, wenngleich die Backgroundgesänge durchaus sweet klingen! „Ophelia“ bringt im Folgenden wieder etwas mehr Raubeinigkeit rein, während das Tempo verhalten bleibt. Mit ihrer Anklage gegen das Finanzierungssystem der US-Hochschulen, die auf den Namen „Sallie-Mae“ hört, beweisen EAST CAMERON FOLKCORE vortrefflich, dass auch Banjos und Celli rocken können und „Enemy of The Times“ wartet derweil als zorniger Haudrauf-Song auf, bei dem erneut Text-Snippets Verwendung finden, ehe „Director’s Cut“ zum letzten folkigen Donnerschlag ausholt.

Was man mit Banjos, Mandolinen, Celli, Posaunen, einem Harmonium, Drums und natürlich jeder Menge Gitarren und wütenden Stimmen doch schönes anstellen kann! „For Sale“ ist der beste Beweis dafür, dass Protestgesang nicht nur mit einer Wanderklampfe in der Hand funktioniert, sondern auch mit großem Besteck. So wie EAST CAMERON FOLKCORE muss man sich wohl eine linksalternative E STREET BAND vorstellen, nur dass ECF nicht in Stadien, sondern in illegal besetzten Häusern spielen. Und ab Mitte September auch in deutschen Clubs!

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