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EDENBRIDGE - My Earth Dream

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Artist EDENBRIDGE
Title My Earth Dream
Homepage EDENBRIDGE
Label NAPALM RECORDS
Leserbewertung
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Vor wenigen Wochen hantierte ich mit einem Sampler einer großen Deutschen Metal-Plattenfirma herum, auf dem sich ausschließlich Stücke so genannter Female-Fronted-Metabands befanden. Neben wenigen Höhepunkten und viel Durchschnitt, überraschten mich EDENBRIDGE mit dem Song „Shine“. Zwar legte man auch hier keinen neuen Tanz aufs Parkett und blieb stets mit beiden Füssen auf dem Boden, doch auch wenn dieser bereits ausgetrampelt war, dieser Song wusste zu gefallen. Umso größer waren meine Erwartungen an das neue Album, denn „Shine“ befand sich noch auf dem Vorgänger.

Je größer die Erwartungen, desto größer die Enttäuschung – leider auch in diesem Fall. Das fünfte Werk der Österreichischen Symphonic Metaller ist ein seelenloses Ungetüm aus Bombast, Kitsch und belanglosen Melodieläufen. Auf ein kraftloses Intro folgt mit „Shadowplay“ noch der beste Song des Albums. Das überrascht, denn der Track ist auch nicht gerade ein Über-Titel, aber der Rest ist einfach so schwach. Klar, spieltechnisch haben es die Jungs und Mädels alle drauf, so dass auch etliche schöne Gitarrensoli zu erfreuen wissen. Das Orchester fügt sich ebenfalls wunderbar in das Klangbild ein, aber der Funken springt bei der austauschbaren Stimme von Sabine Edelsbacher nicht über. Dafür gibt es einfach zu viele Bands, die Anfang des neuen Jahrtausends auf den gleichen Karren aufgesprungen sind. Es fehlt die Einzigartigkeit, das gewisse Etwas, was dieses Album zu etwas besonderem macht. „Whale Rider“ wäre die Chance gewesen. Das Orchester spielt liebreizende Töne, Sabine steigt engelsgleich ein – doch was folgt? Das Orchester verstummt und kitschig klebrige Keyboardklänge begleiten den Engel in einen vor Bombast triefenden Schauerrefrain. Zuviel ist oftmals wirklich zuviel. Die anfänglich noch zarten und gefühlvollen Streicher werden förmlich zerdrückt. Was stark beginnt, endet irgendwo im Nirgendwo, nicht Fisch nicht Fleisch. Auch der abschließende zwölfminütige Titeltrack kann den Karren nicht aus dem Dreck ziehen. Bombast bis die Schwarte kracht, aber Null Atmosphäre, Null Innovation. Alles schon tausendmal gehört. Selbst einzelne Gitarrenläufe erinnern an die Großmeister des Genres, wie Luca Turilli, der selbst mit seinem zweiten Nebenprojekt DREAMQUEST noch mehr kickt, als EDENBRIDGE mit ihrem Hauptbrötchengeber. Sehr enttäuschend!

So plätschern 52 Minuten an einem vorbei, ohne dass auch nur irgendwas hängen bleibt. Einziger Wachmacher sind immer die Anfänge der Tracks, wie zum Beispiel „Fallen From Grace“. Wirklich rotzig schick bis, ja bis wir wieder in den Einheitsbrei gedrückt werden. Lasst die Gitarren frei, nehmt das Orchester weg und konzentriert euch auf die grundlegenden Dinge. Die gehen allzu oft verloren und können auch mit 100 Beteiligten einer Produktion nicht gefunden werden.

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