Band Filter

Request did not return a valid result

EDGUY - Rocket Ride

VN:F [1.9.22_1171]
Artist EDGUY
Title Rocket Ride
Homepage EDGUY
Label NUCLEAR BLAST
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.0/10 (1 Bewertungen)

Mit „Rocket Ride“ legen die 1992 gegründeten Spaßmetaller EDGUY ihr mittlerweile 8. Album vor. Und ebenso wie auf den letzten Alben geht man auch hier keine Kompromisse ein und zieht sein Ding durch. Der Spagat zwischen ambitioniertem Bombast-Power Metal und Fun-Getröte ist immer ein sehr riskanter und könnte auch mal nach hinten losgehen. Das Hause HELLOWEEN kann von solchen Begebenheiten sicherlich allerfeinst berichten, wenn man erst mal in dieser Schublade steckt. Andererseits haben die Jungs auch zu viel Klasse, um in der Klamaukschublade zu versinken. Gerade Frontkasper Tobi hat ja mit seinem hochwertigen AVANTASIA-Projekt gezeigt, was geht. Das grellbunt gezeichnete Comic-Cover lässt allerdings auf nicht allzu große Bierernstigkeit schließen. Dafür gibt es auch genug andere Combos. Erinnert ein wenig an TANKARD-Cover das Teil.

Eröffnet wird die einstündige Scheibe recht ungewöhnlich von dem 8-Minütigen Bombast-Rocker „Sacrifice“, der mit feinen Piano-Parts beginnt und in einen typisch treibenden EDGUY-Groove übergeht. Recht harte Gitarren werden gepaart mit einem großen Chorus und feinen Streichereinlagen. Nach der grauseligen „Superheroes“-Single war ja schlimmes zu befürchten. Zumindest der Opener beweist aber erst mal ihr gutes Gespür für große Songs. Auch die Uptempo-Granate „Rocket Ride“ weiß zu begeistern und zeigt, dass EDGUY zu den ganz wenigen Combos gehören, die noch ungestraft Wohohoho-Chöre produzieren dürfen. Der folgende Stampfer „Wasted Time“ ist auch wieder mit großem Chorus ausgestattet und wirft erneut die Frage nach einem neuen AVANTASIA-Werk auf. Dafür dürfte der gute Tobi derzeit allerdings wohl keine Zeit haben, bei dem proppevollen Terminkalender seiner Hauptcombo. Das schwer runtergestimmt rockende „Matrix“ kommt ungewöhnlich düster daher und bringt einen erneut geilen Refrain an den Start. Klasse und im vollen Kontrast zu dem unmöglichen „Superheroes“! Halt die zwei Gesichter der Band. Mit „Return to the Tribe“ landen wir dann in der Kategorie HELLOWEEN-Happymetal. Uptempo-Doublebass-Getrete und ein in höchsten Höhen jubilierender Tobi, das Ganze mit fröhlichem Anstrich. Nett, aber nichts weltbewegendes. Dazu passt auch der Joke beim witzig-abgedrehten Solo, dem allerdings ein cooles ernstes folgt. Das ruhig beginnende „The Asylum“ entwickelt sich dann zu einer Groovebombe mit großem Chorus. Der Song lebt von dem laut/ leise-Wechsel und seinem treibenden Beat. Mit „Save Me“ folgt eine coole Ballade, „Catch of the Century“ bietet wieder einen Funtrack, bei dem der durchdrehende Tobi am Ende gebremst werden muss. Witzige Einlage. Der Mitsingsmasher „Out of Vogue“ bietet feinen Melodic-Stoff, der keinem wehtut, wohingegen das poppige „Superheroes“ schon schmerzt. Obwohl das Grundriff ja gar nicht mal schlecht ist, der sülzige Refrain aber gar nicht geht, auch nicht bei einer Funnummer. Vielleicht sollten sie den Track Live rein instrumental bringen!? Auch „Trinidad“ – mit ebensolchen Einflüssen wie der Titel suggeriert – hätte man als Bonus irgendwo verbraten sollen, geht überhaupt nicht! Cool ist dagegen zum Schluss das sehr rockige „Fucking with Fire“, welcher Bonus-Track für Unlimited and Limited Edition only ist! Ein kleiner aber witziger Gag im Bandeigenen Humor.

Abzüglich der zwei Totalausfälle haben wir immer noch über 50 Minuten hervorragende Melodic-Mucke, die zeigt, weshalb EDGUY Europaweit mittlerweile so erfolgreich sind.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

EDGUY - Weitere Rezensionen

Mehr zu EDGUY