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EDGUY - Tinnitus Sanctus

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Artist EDGUY
Title Tinnitus Sanctus
Homepage EDGUY
Label NUCLEAR BLAST
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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7.8/10 (4 Bewertungen)

Die mittlerweile zu echten Leadern der Szene herangewachsenen Melodic Metaller um Aushängeschild Tobi Sammet sind erstaunlich schnell mit einem neuen Werk zurück. Erstaunlich deshalb, weil Tobi mit seinem ambitionierten AVANTASIA-Ding ja nicht gerade über Unterbeschäftigung klagen kann. Das tut der Qualität bei seiner Hauptband aber keinen Abbruch, im Gegenteil! Früher noch eine Band unter unzählig vielen, hat man sich seinen Status nun erspielt und vor allem mit den letzten beiden Alben gefestigt. Mittelgroße Hallen füllt man alle 2 Jahre ohne Probleme.

Das neue Werk mit dem „komischen“ Titel beginnt ungewohnt hart mit „Ministry of Saints“. Nach einem DEEP PURPLE-artigen Orgelgestützten Intro startet der Track mit einem fetten ZAKK WYLDE-Gedächtnisriff voll durch und grooved wie Arsch! Geiler Opener, der auch EDGUY-Hassern Respekt abverlangen dürfte. In die gleiche Kerbe schlägt das sägende „Sex Fire Religon“, wenn auch etwas gebremster. Den typischen gute-Laune-EDGUY-Song gibt’s mit dem schnellen „The Pride of Creation“, das hat man in der Vergangenheit aber schon besser gehört von den Herren. Geiler kommt da schon das stampfende „Nine Lives“ mit ganz großem Ohrwurmchorus! Aber Licht und Schatten wechseln sich im Laufe der 53 Minuten ab, neben geilen Takes wie der schönen Ballade „Thorn without a Rose“ oder dem langen und schnellen Earcatcher „Speedhoven“ gibt es auch einige „nur“ nette Tracks, die den Krachern der Scheibe beileibe nicht den Takt reichen können! Den obligatorischen Klamauksong „Aren´t you a little Pervert too“ hat man zum Glück nur als Bonustrack im Koffer – überflüssig.

Trotz der 2 – 3 nicht ganz so zwingenden Songs eine starke Scheibe, die in jeden Melodic-Haushalt gehört! Gibt es Nuclear Blast typisch auch wieder in einigen Varianten zu kaufen.
MOSES

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Tobias Sammet hat anscheinend Hummeln im Hintern. Kaum ist der Rauch um das letzte AVANTASIA-Album hinterm Horizont verzogen, steht er schon wieder mit einem neuen Edguy-Album in der Prärie. Viele Frage standen vor „Tinnitus Sanctus“. Wird man nun endgültig zum Radio-Rock schielen und ideenlose Massenware auf das Volk werfen? Wird man das laue „Rocket Ride“ vergessen machen können? Wird dessen Charterfolg (Platz 8) getoppt werden können? Alle Fans der alten Schule können aufatmen. Das Album ist zum Glück kein zweites „Rocket Ride“ geworden. EDGUY besinnen sich wieder auf das, was sie am besten können: Eingängige Hymnen mit Ohrwurmcharakter. Druckvoll, mit jeder Menge Eier stampfen sich die Songs aber erst nach einigen Durchläufen ins Hirn. Dann aber richtig. Back To The Roots heißt es bei einigen Songs. Hymnen wie das grandiose „Speedhoven“, „The Pride Of Creation“ oder das herrlich lockere „Dragonfly“ kommen öfter zum Vorschein, als es bei den letzten Alben der Fall war. Das ist auch gut so, denn einige platte Tracks wie „Sex, Fire, Religion“ oder „9-2-9“ können so leichter verschmerzt werden. Fette mehrstimmige Refrains lassen schnell das schmerzlich vermiste Opernfeeling wieder aufkommen. Bereits der Opener „Ministry Of Saints“ sorgt für krachende Nacken und trockene Kehlen.

An manchen Stellen klingen EDGUY sogar eher nach AVANTASIA als die letzte Veröffentlichung unter eben jenem Banner. Das bereits angesprochene „Speedhoven“ hätte genauso gut auf „The Scarecrow“ oder besser noch auf „Avantasia“ landen können. Geiler Speed, geiles Mitsingparts, fette Chöre… der stärkste EDGUY-Song seit Jahren. Aber von der obersten Qualitätssorte tummeln sich hier einige. Daneben finden sich aber leider auch einige Füller. „Nine Lives“ ist so einer. Wie ein zahnloser Tiger versucht man mit kraftvollen Gitarren Power zu versprühen. Doch das Ergebnis ist ernüchternd und klingt ungewohnt verkrampft. Dass es besser geht, zeigt bereits das nachfolgende „Wake Up Dreaming Black“, bei dem man neben viel Energie noch schöne Mitsing-Parts eingebaut hat. Mit „Thorn Without A Rose“ hat uns Hellfire Tobi und seine Jungs auch wieder was zum Kuscheln auf die Scheibe gepackt. Kurz vor der Kitschgrenze macht das Stück halt, schaut kurz mal drüber, kann sich aber noch auf die sichere Seite retten. „Dead Or Rock“ kommt textlich herrlich klischeemäßig rüber, kann aber durch einen erneut mehrstimmigen und griffigen Refrain zu einem weiteren Highlight der EDGUY-Historie werden. Dicke Eier, große Fresse gehören einfach dazu, wenn die Herren um die Häuser ziehen. Immer mit einem Zwinkern und einem Grinsen .Genau wie beim nicht ganz ernst gemeinten Rausschmeißer „Aren’t You A little Pervert, Too?“, das Tobi den Truppen widmet. Ein echter Rock ’n’ Roller mit 60s-Feeling.

„Tinnitus Sanctus“ zeigt EDGUY endlich mal wieder von ihrer besten Seite. Auch wenn nicht jeder Song zündet, so übertrumpft das neue Werk „Rocket Ride“ spielend leicht. Guter Stoff!
Enrico Ahlig

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