Band Filter

EDITORS - In this Light and on this Evening

VN:F [1.9.22_1171]
Artist EDITORS
Title In this Light and on this Evening
Homepage EDITORS
Label PIAS RECORDINGS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.0/10 (4 Bewertungen)

Die EDITORS erfinden sich neu oder der Ausbruch in die Postmoderne. Auf dem (so wichtigen?) dritten Album ersetzt das Quartett aus Birmingham die Gitarren mit synthetischen Klängen, der Schulterschluss mit den New Romantics ist vollzogen. Geblieben sind der Hang zur großen Geste, das Larger-Than-Life-Songwriting. Das mag stille Indie-Puristen verschrecken, aber wer wie ich mit den durchaus schwülstigen 80er Synthie-Ikonen aufgewachsen ist, wird daran seine helle Freude haben. JOHNNY CASH interpretiert O.M.D.-Kompositionen, das wäre wohl eine sehr vereinfachte Formel, aber dieser Gedanke ist nicht völlig abwegig. Natürlich schmücken die Briten ihren Sound noch in vielerlei Richtungen aus, einige Jahre sind nach der Entdeckung der Tastenklänge nun mal ins Land gezogen.

Der Opener/ Titeltrack knarzt und ächzt geradezu vor Ideenreichtum, beschwörend wird die Platte eingeleitet, das Mantra geht über in eine Art Prog Electro, bei dem scheinbar in jeder Sekunde etwas Besonderes passiert. „Bricks and Mortar“ gibt sich schon etwas reduzierter, kreiselnd um sein eigenes Hauptthema wird eine psychotische Stimmung aufgebaut. Dann der Hit der Scheibe: „Papillon“, bereits vorab als Single ausgekoppelt. Kristallklarer Aufbau, hoch melodisch – würde auf einer 80er Compilation kaum auffallen und negativ schon gar nicht. Im Mittelteil wirkt die Tracklist ein wenig angeschlagen, trotz eines Song Titels wie „The Boxer“. Möglicherweise braucht es hier noch ein paar Hördurchgänge, doch ansatzweise flotteres Material hält den Rezensenten besser bei Laune. Tom Smiths sonorer Bariton schraubt sich dann und wann in für ihn Schwindelerregende Höhen, gibt den Songs aber jederzeit einen mächtigen Überbau, um das Gefühl der Beliebigkeit von vorneherein auszuklammern.

Eigenwillig, verschroben, monumental und trotz aller 80ies-Reminiszenzen seltsam modern klingt dieser dritte Streich, der die Fans polarisieren wird. Für mich ein großer Wurf und ein gelungener Brückenschlag, Tristesse deluxe. „Donnie Darko” hat ein musikalisches Äquivalent gefunden.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

EDITORS - Weitere Rezensionen

Mehr zu EDITORS