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EELS - Royal Albert Hall

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Artist EELS
Title Royal Albert Hall
Homepage EELS
Label PIAS
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

2005 hat Mark Oliver Everett aka E schon mal mit seiner Kapelle EELS in der ehrwürdigen Royal Albert Hall zu London gespielt. Damals war ein Streichorchester mit am Start, im letzten Jahr haben der Bandvorstand, die Gitarristen Chet Lyster alias „The Chet“ und „P-Boo“ (Mike Sawitzke) sowie Drummer Derek Brown, besser bekannt als „Knuckles“ die Sache allein in die Hand genommen. Im Zuge ihrer Welttournee, die im Mai startete und aus 53 Gigs bestand, machten die Amis am 30.06.2014 in der britischen Hauptstadt halt, zogen sich ihre guten dunklen Anzüge an und lieferten ein Konzert der ganz besonderen Art ab. Davon können sich auch diejenigen überzeugen, die nicht in dem imposanten Gebäude in Kensington mit von der Partie sein konnten, denn der Auftritt wurde in Gänze von immerhin zwölf Kameras gefilmt und in bester Tonqualität aufgenommen. Jetzt ist der Mitschnitt auf DVD und Doppel-CD erschienen und präsentiert einen Querschnitt aus 19 Jahren EELS-Geschichte.

Natürlich liegt der Schwerpunkt auf den Songs des letzten und zehnten Studioalbums „The Cautionary Tales of Mark Oliver Everett“, das im April des letzten Jahres veröffentlicht wurde, aber es ging mit dem mehrstimmig vorgetragenen „My Beloved Monster“ (das später übrigens durch den Film „Shrek“ auch Nicht-Fans bekannt wurde) auch bis zum 1996er Debüt „Beautiful Freak“ zurück. Dabei bedienten sich die Musiker nicht nur ihrer angestammten Instrumente, es kamen vielmehr neben Gitarre, Klavier, Bass und Schlagzeug auch Pedal-Steel-Gitarre, Trompete, Melodica, Vibraphon, Pauke, Kontrabass und Glockenspiel zum Einsatz. Nicht zu vergessen die imposante Orgel des Royal Albert Hall, die E als „Phantom“ mit Beschlag belegte und die beiden letzten Zugaben „Flyswatter“ und „The Sound of Fear“ auf dem beeindruckenden, über 140 Jahre alten Tasteninstrument spielte. So sorgte das Quintett selbst für eine wahrlich orchestrale Stimmung – Rock’n’Roll gab’s diesmal nicht, auch wenn Mr. Everett die Abwesenheit dieses Genre selbst bedauernd zu Protokoll gab. Stattdessen wurden jedoch Zuschauer gegen Ende der Show in den Arm genommen und zuvor bereits die Stelle am Boden geküsst, an der einst John Lennon gestanden hat. Und mit „Fresh Feeling“ und „I Like Birds“ wurde es auch noch einmal ziemlich rockig. Gecovert wird bei den EELS immer wieder gern, so auch an der Themse, wo die Piano-Ballade „Can’t Help Falling In Love“ an ELVIS PRESLEY gedachte, ehe das getragene „Turn On The Radio“ HARRY NILSSONs Original ein neues Gewand gab. Gleich als zweiten Track hatten EELS „When You Wish Upon A Star“ des Filmkomponisten Leigh Harline auf der Setlist notiert – eine gute Wahl, die nach dem instrumentalen Auftakt „When I’m At“ zum ersten Mal die raue Stimme des kauzigen Masterminds zu Gehör brachte.

EELS-Konzerte sind immer speziell und immer wieder anders. Der Gig in der mit 9.500 Besuchern ausverkauften Royal Albert Hall war nach Es Bekunden ein „gentlemen’s EELS concert“. Die besondere Stimmung des Abends weiß auch die DVD einzufangen, die zudem noch Backstage-Aufnahmen parat hält. Neben diesen bewegten Bildern gibt es den rund 90-minütigen Auftritt in gleicher Weise auch auf zwei Audio-CDs zu hören. Ein ganz besonderes Geschenk, dass EELS ihren Fans da zum 20-jährigen Band-Jubiläum machen…

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