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EGO LIKENESS - Water to the Dead

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Artist EGO LIKENESS
Title Water to the Dead
Homepage EGO LIKENESS
Label EGO TRIP MUSIC/ DANCING FERRET
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

EGO LIKENESS kommen nicht nur wie die CRÜXSHADOWS und THE LAST DANCE aus Amerika, schlagen musikalisch nicht nur in dieselbe Kerbe, nein, sie haben auch mit den CRÜXSHADOWS zusammengearbeitet. Für deren neue EP „Fortress in Flames“ haben sich die Jungs um Donna Lynch und Steven Archer remixenderweise an „Cassandra“ vergriffen. Doch hier geht es um ihren eigenen zweiten Longplayer „Water to the Dead“. Vom Duo Lynch/ Archer ist man mittlerweile zur sechsköpfigen Band gewachsen und auch das musikalische Kleid hat sich gewandelt. Von den Trip-Hop-Wurzeln hat man sich weit entfernt, das neue Album liegt irgendwo in elektronischen Gothrock-Gefilden.

Und da fängt das Problem schon an. Musikalisch ist „Water to the Dead“ nicht sonderlich originell. Was man hier zu hören bekommt, scheint es alles schon einmal gegeben zu haben. Nun ist das kein Kapitalverbrechen, niemand kann das Rad neu erfinden. Mit Eingängigkeit oder einfach guter Qualität kann man genauso fesseln. Doch auch damit ist es bei EGO LIKENESS nicht allzu weit her. Oft fehlt den Liedern der rechte Drive, der zündende Funke. „Water to the Dead“ ist in 2 Kapitel unterteilt. „In the water“ umfasst die ersten acht Songs und bis auf die wundervoll hypnotische Ballade „Axis“ fallen alle unter die obige Mängelreklamation. Sie erinnern in ihrer Instrumentierung sehr an CXS oder THE LAST DANCE, nur dass die das Ganze mitreißender gestalten konnten. Den Stücken fehlt einfach der eigene Charakter, um sie distinktiv EGO LIKENESS zuschreiben zu können. Teilweise aufkommende Monotonie ist da kein Kriterium, höchstens ein Störfaktor.

Allerdings markiert gerade „Axis“, Track Nr. 8, den entscheidenden Wendepunkt. Das zweite Kapitel „In the ground“ umfasst nur drei Lieder, die allerdings stellen die besten des gesamten Albums dar. Deutlich ruhiger als der Rest bilden sie den perfekten Ausklang und verlassen die ausgetretenen Genrepfade. „Traveling Son“ ist trotz seines langsamen Tempos sehr intensiv und Donnas nur leicht verzerrte, klagende Stimme sorgt für Gänsehaut. „Wolves“ ist eine großartige leise Klavierballade und das abschließende Südstaaten-Traditional „Wayfaring Stranger“ besticht durch seine dezente Soundcollage und Donnas sanften a-cappella-Gesang. Im Endeffekt ergibt sich ganz klar, dass sich die Stärken von EGO LIKENESS in den ruhigen Momenten des Albums versammeln. Wenn sie sich beim nächsten Mal weiter darauf konzentrieren, könnten sie ihr durchaus vorhandenes Potential besser nutzen. Für den treibenden Synthiegoth gibt es ja auch schon mindestens zwei richtig gute Bands.

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