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EISENVATER/ JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE - Split

Artist EISENVATER/ JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE
Title Split
Homepage EISENVATER/ JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE
Label POWER IT UP
Leserbewertung

EISENVATER. Da denke ich doch als tendenziell unpolitischer, mit flunkernden Augen versehener Sexist an überharte, exhibitionistische Machos, die mit großer Fresse und hydrolisiertem Eiweiß versuchen, die Welt der Frauen zu beeindrucken. Bei den JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELEn kam mir früher unweigerlich in den Sinn, diese Band müsse ein brutalistisches Abrisskommando der heftigsten Sorte sein, dabei stellte sich heraus, dass jene sich weder mit samuraihaften Sushifiletierungen, noch mit Godzilla oder in Comics aufgebauschter Kamikaze beschäftigen. In der Kernsubstanz erwiesen sie sich letzten Endes für mich stets eher mehr als hektische Eigenbrötler-Grinder mit hohem Spaßfaktor.

Wie passen diese beiden Bands denn nunmehr auf einer Split-CD zusammen? Eigentlich gar nicht. Hört man sich „Vater kommt!“ vom eisernen Vater an, herrscht wohl ein Gefühl ganz klar vor: Langeweile. Matschige Postpunk-Riffs, an SUBWAY TO SALLY irgendwie (fragt mich nicht wie) angelehnter Gesang, nervige Synthies, unpassende, interferierende Hintergrundgeräusche und ein Groove, wie er lahmarschiger kaum sein könnte. Ab in die Tonne mit diesem angeblichen „Impulsgeber für kommende Bands“.

Nanu? Was ist das denn? „Nightmare Before Christmas“? Nein! Bestimmt symphonisch angehauchter Black Metal! CRADLE OF FILTH? Nein! Wieder falsch. „Töte den Roboter“ von JAKA dröhnt echt lustig, frech-frisch, hollywoodesk ins Rezipientenohr. Hätte niemals gedacht, dass diese Band mit den Mannen um Dani Filth jemals kokettieren würde. Ein toller ohrwurmartiger Song mit satter Ironie, schwangerer Verspieltheit und knackigen Instrumentierungen. Interessanter Imperativ gegen die rationalistische Roboterhaftigkeit des westlichen Menschen im Übrigen. Weiter geht’s mit dem Doomgrinder-Hau-Den-Lukas „Angstfrass“: kurz, getragen und hörenswert. Reizvoller atmosphärischer Teppich im Übrigen. Die Stunde der rezitierenden Koketterie scheint insgesamt bei JAKA nunmehr Gebot zu sein. Mit Schielblicken hin zu SLAYER und DREAM THEATER schließt die Kurzweiler-Langgrille mit „Der Pitch“. Echt verdammt klasse.

Persönlich habe ich selten drei verschiedene Ausflüge von solcher Aussagekraft mittels einer kleinen Split gemacht. Ungeheuerlich appetitanregend. Sollte die nächste Platte unter diesem Stern stehen und den Abwechslungsreichtum dieses Vorgeschmacks halten können, gibt’s Gewitter und Blitztote a là JAKA!

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