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EIVØR - Bridges

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Artist EIVØR
Title Bridges
Homepage EIVØR
Label TUTL
Leserbewertung
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9.3/10 (3 Bewertungen)

Wenn man in einem Land aufwächst, das aus 18 Inseln besteht, weiß man, wie wichtig Brücken sind. Insofern macht der Albumtitel „Bridges“ von EIVØR absolut Sinn. Eivør Pálsdóttir ist eine färöische Sängerin und Komponistin, die Sopran singt und sich selbst auf der Gitarre begleitet. Gern wird sie als die „färöische Björk“ bezeichnet, was insbesondere der geografischen und kulturellen Nähe der Färöer zu Island geschuldet ist. Stilistisch ist EIVØR durchaus auf in BJÖRKs Beritt unterwegs, ihr Repertoire reicht jedoch von Jazz über Folk, Ethnopop bis Trip-Hop, aber auch Klassik und Kirchenmusik sind der 31-jährigen nicht fremd. So umfasst ihr Zielpublikum auch alle Generationen, die Gesang auf Färöisch, sowie in Englisch, Dänisch, Schwedisch und Isländisch zu hören bekommen.

So kommt „Bridges“ der Verständlichkeit wegen zu uns auch mit englischen Texten und serviert wie bereits der 2012er Vorgänger „Room“ die typische Folktronica, mit welcher die blonde Dame internationale Aufmerksamkeit erlangte. Eröffnet wird der Reigen mit der ersten Single „Remember Me“, einer betörend schönen Ballade, die EIVØR im vergangenen Jahr in Kanada schrieb. Überhaupt sind sämtliche Songs zwar im heimischen Torshavn in den Bloch Studios aufgenommen worden, geschrieben hat sie die Stücke jedoch samt und sonders auf Tour. Dem ruhigen Auftakt schließt sich das beschwingte „Faithful Friend“ an, das an die enge Freundin aus Jugendtagen erinnert, die jetzt kein Bestandteil ihres Lebens mehr ist. Der ruhig mäandernde Titeltrack „Bridges“ vereint derweil den glockenhellen Sopran der Künstlerin mit dem Singer-Songwriter-Pop der Sechziger und modernen Drumcomputer-Sounds. Das atmosphärisch dichte „Tides“ erinnert tatsächlich auch stilistisch ein wenig an die Kollegin BJÖRK, bringt gleichzeitig aber auch ganz dezente fernöstliche Akzente in die Musik ein. Währenddessen übernimmt beim sphärischen „On My Way To Somewhere“ die synthetische Instrumentierung das Sagen, bevor beim „Morning Song“ wieder verstärkt zum akustischen Sechssaiter gegriffen wird. Der Technik ist EIVØR jedoch keineswegs abgeneigt, das ist auch beim tiefgründigen „Purple Flowers“ zu hören; der Nummer, in der sie ihre Gedanken und Sorgen um die kranke Mutter in leise Kompositionen kleidet. „The Swing“ setzt auf abwechslungsreiche Tonfolgen, bevor das klare „Stories“ die Platte melancholisch enden lässt.

„Bridges“ ist bereits EIVØRs elfte Langrille und in Skandinavien genießen Frau Pálsdóttir und ihre Klangwelten großes Ansehen. Bereits im zarten Alter von 20 Jahren wurde sie zum „Färöer des Jahres“ gewählt, zahlreiche musikalische Auszeichnungen und Nominierungen folgten. Ich bin mir sicher, dass die aktuelle Langrille zu recht für weitere Ehrerweisungen sorgen wird.

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