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EKOS - Luz Interna

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Artist EKOS
Title Luz Interna
Label JUST FOR KICKS
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

Ich muss gestehen, der Bandname EKOS sagte mir vorab gar nichts. Allerdings steigerte sich mein Interesse, als ich las, dass die Band von PINK FLOYD beeinflusst sei, sie sogar einige ihrer Songs gecovert hätten. Und mal ehrlich – man muss entweder richtig gut oder schlicht größenwahnsinnig sein, seine Band in den Schatten von WATERS und Co. zu stellen. Aber was haben die Mexikaner schon zu verlieren?

Also direkt die CD aus dem schönen Digipak genommen und in den Player geworfen. Und siehe da, die Einflüsse PINK FLOYDs sind unverkennbar. Die synthetischen Klänge erinnern stark an die Siebziger-Ära von WATERS und seinen Progrockern. Allerdings legen EKOS erheblich mehr Wert auf härtere Gitarren, zumindest beim Einstieg „Obscuridad“. Während PINK FLOYD bei den Alben „Wish you where here“ oder „Dark side of the moon“ zwar wunderschöne Soli zauberten, rocken EKOS erheblich harscher und erinnern zuweilen eher an PARZIVALS EYE. Und dies darf definitiv als Kompliment aufgefasst werden. Der Namensgeber des Albums arbeitet, wie das vorherige Stück auch, viel mit den typischen synthetischen Sounds. Allerdings wird hier jetzt erheblich mehr gesungen. Und siehe da, der „saubere“ schöne Gesang bietet einen guten Kontrast zu den Heroen aus Großbritannien. Das nun folgende „Mutación“ rockt wieder erheblich geradliniger. Aber nach gut 1:30 nehmen die Mexikaner den Fuß vom Gas und ergeben sich wieder dem Floydschen Sound. Schade eigentlich. Der Einstieg war vielversprechend. Denn nun dümpelt der Song so vor sich hin und kommt erst nach gut fünf Minuten wieder etwas in Fahrt. Eine Gitarre, wie sie aus „Shine on You Crazy Diamond“ kommen könnte, erweckt wieder Interesse. Auch das anfängliche harsche Riff kommt wieder ins Spiel. Prog vom Feinsten. „Rostro Oculto“ nutzt ähnliche Stilmittel. Der behäbige Einstieg, irgendwann kommt Percussion dazu und final ein klischeehafter Synthi-Part. Ich erwähne an dieser Stelle nur kurz „huida del infierno“ und komme direkt zum finalen „Apocalipsis“. Hier wird der Hörer bei einer Spielzeit von über einundzwanzig Minuten recht strapaziert. EKOS wildern hier eindeutig auch bei anderen Prog-Größen und ganz speziell bei EMERSON, LAKE & PALMER. Und speziell diese psychedelischen Spielchen machen den Track anstrengend, aber hörenswert. Beim Sound kann ich auch nicht klagen. Das Werk könnte etwas druckvoller sein, etwas dynamischer, aber dennoch klingt es gut.

Das Fazit zum Schluss ist hier recht schwer zu finden. EKOS bedienen sich recht frei bei ihren Heroen aus England und auch dezent bei anderen Größen. Davon abgesehen haben sie ein gutes Album abgeliefert. Für das Nächste wünsche ich mir aber mehr Eigenständigkeit und Mut bei eigenen Ideen. Denn gerade die Momente, wenn EKOS härter werden, den Dunstkreis von PINK FLOYD und Co. verlassen, gefallen besonders gut. Ich genehmige mir jetzt erstmal wieder „Wish you where here“. Original bleibt halt Original.

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