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EKOTREN - Light the fire

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Artist EKOTREN
Title Light the fire
Homepage EKOTREN
Label BLIND PROPHECY RECORDS
Leserbewertung
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7.5/10 (2 Bewertungen)

Nach zwei EPs und im siebten Jahr des Bestehens macht sich eine weitere Band auf, dass mittlerweile völlig abgegraste Metalcore-Feld zu beehren. Obwohl EKOTREN manchmal irgendwie britisch herüber kommen, stammt die Formation aus Florida, macht dabei aber einen großen Bogen um den großartigen Metal, den man sonst mit dieser Gegend verbindet.

Beim ersten Track musste ich doch gleich einmal schauen, ob die vorliegende CD nicht vielleicht doch auf Victory erschienen ist. Zu gut würde dieser Sound in deren aktuelles Label-Programm passen. Das klingt nach ATREYU vor ihrer Major-Zeit. New-School-Gitarren-Riffs, dicke Eier Schouts, gepaart mit cleanen Refrains. Dieser Eindruck verstärkt sich beim zweiten Track „Paper Thin“ noch mehr, denn das klingt wirklich nach einem Outtake aus der „The Curse“- Phase oben genannter Vergleichsband. Klingt aber bei aller fehlenden Selbständigkeit dennoch überzeugend und kompetent vorgetragen. Bei „Become“ geht der Cheesiness-Faktor aber das erste Mal in ungeahnte Höhen, denn hier wird ein jahrhundert altes Riff mit ganz schlimmen „Möchtegern-Eierkneif-Vocals“ vermengt. Das klingt nicht schön, kann aber pubertierenden Jugendlichen in lyrischer Hinsicht sicherlich hilfreich sein: „I take everything i said back, please don´t walk away. Fuck it! Fuck you! Stay away from me! You fuckin bitch!“ Da muss man erst einmal drauf kommen. Übertroffen wird dieser Schmonz nur noch von “Needed you more”: „And I needed you more now than ever before. I guess I can’t make this on my own. All I ever needed was you to save my life.” Das hat selbst KELLY CLARKSON schon besser hinbekommen. Das Gleiche gilt für die Musik. Bei “Tables have turned” wird noch ein Piano-Part mit in den Ring geschmissen. „Tranquilized“ klingt nach einer BULLET FOR MY VALENTINE Power-Ballade, kommt dieses Mal aber richtig gut herüber, da die Vocals überraschenderweise ein wenig an Mike Patton zu FAITH NO MORE Zeiten erinnern. In anderen Momenten können aber auch Parallelen mit dem Gesangsstil von Brandon Boyd (INCUBUS) ausgemacht werden.
„Falling“ und „Point of view“ fischen dann in groovenden, ur-amerikanischen Crossover-Rock-Gewässern á la NONPOINT oder PAPA ROACH.

Aus diesen Ingredienzien besteht also die vorliegende Debüt-CD und deswegen sollte eigentlich ausreichend klar sein, dass richtige Metal-Heads mit der Band keine rechte Freude haben werden. Das Augenmerk liegt eindeutig mehr im Mid-Tempo Bereich, die Melodie ist wichtiger als die Härte. Dabei schießen die Amis ab und zu über das Ziel hinaus. Nichtsdestotrotz ist die Scheibe für ein jugendliches Myspace-Publikum sicherlich zu empfehlen. Für den richtigen Maniac bietet die Band zwar einige gute Ansätze, traut sich aber noch nicht so recht, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Aber da die ganze Chose recht gut und druckvoll produziert ist, habe ich schon Schlimmeres aus dieser Ecke gehört. Einen Bonuspunkt gibt es für das Band-Foto: Wer ein N.W.A. – Shirt trägt, ist musikalisch nicht völlig unbeleckt.

File under: Kann, muss aber nicht.

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