Band Filter

ELLIOTT SHARP’S TERRAPLANE - Sky Road Songs

VN:F [1.9.22_1171]
Artist ELLIOTT SHARP’S TERRAPLANE
Title Sky Road Songs
Homepage ELLIOTT SHARP’S TERRAPLANE
Label YELLOWBIRD
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
10.0/10 (1 Bewertungen)

Avantgarde-Künstler sind immer so eine Sache. Wie viel „Avantgarde“ ist für mich als Hörer noch melodisch und hörbar? ELLIOTT SHARP hat sich lange Zeit in der New Yorker Downtown-Szene herumgetrieben und sich einen Namen gemacht. Was juckten ihn Konventionen oder kommerzieller Erfolg. Wobei ich an dieser Stelle manchmal denke: Wie egal kann einem Menschen „kommerzieller Erfolg“ sein? Schließlich muss man ja von etwas leben. Aber lassen wir diese Grundsatzdiskussion und widmen uns dem neuen Album mit dem klangvollen Namen „Sky Road Songs“.

Den Einstieg macht ein Stück, das an den typischen akustischen Südstaatenblues erinnert. Eine einzelne Klampfe spielt ein dezentes Intro und im Hintergrund klatscht jemand dazu. Das folgende „Endless Path“ jedoch hat sich einen anderen Spielplatz ausgesucht. Funk, Jazz und gesprochene Vocals bestimmen die Szenerie. Dezente Samples lockern diesen beinahe stoischen Vortrag etwas auf. „Down On The Block“ hingegen schert sich wiederum nicht die Bohne um seine Vorgänger. Flotter und vor allem mit einem tollen Solo an der Gitarre ist der Song weitaus blueslastiger als sein Vorgänger. Und wer es wirklich schräg mag, kommt bei „Dangerous Lands“ auf seine Kosten. Das Intro mögen einige als avantgardistisch bezeichnen, andere schon als unmelodisch. Ich lasse das einfach so im Raum stehen. Und im Gegensatz zu den vorangegangen Titeln werden hier (endlich) auch Tempowechsel eingebracht und den ansonsten behäbigen Vortrag aufzuwerten. Aber spätestens bei „Banking Blues“ fragt man sich dann doch, was einen noch so erwartet. Hier wird munter der Rhythmus alten Rock’n’Rolls mit poppigen Elementen der Neuzeit gemixt. Im Anschluss beruhigt sich der Genre-Mix etwas. Es folgen einige blueslastige Stücke, die mit ihrer eingängigen Art gefallen. Was jedoch schon an der Grenze des (für mich) erträglichen ist, ist das Instrumental „Off The Hook“. Es ist schwer zu beschreiben und noch schwieriger zu hören. Und genau diese Sperrigkeit lässt bis zum Ende des Albums nicht nach. Zum Glück ist der Sound akzeptabel.

Ganz ehrlich – ich habe mehrere Anläufe gebraucht, um zu diesem Album etwas zu schreiben. Wenn ich Attribute finden müsste, die zu dem Werk passen, dann wäre es wohl „schräg“, „sperrig“, „ungewöhnlich“, „kompliziert“ oder auch „seltsam“. Ich weiß ehrlich nicht, was ich davon halten soll. Es ist definitiv gut gemacht… auf eine seltsame Art.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu ELLIOTT SHARP’S TERRAPLANE