Band Filter

ELUVEITIE - Everything Remains (As It Never Was)

VN:F [1.9.22_1171]
Artist ELUVEITIE
Title Everything Remains (As It Never Was)
Homepage ELUVEITIE
Label NUCLEAR BLAST
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.3/10 (15 Bewertungen)

„Das perfekte Album…“ – So beginnt der Infotext zum neuen ELUVEITIE-Album „Everything Remains (As It Never Was)” und verdammt, es stimmt! Im Vergleich zum Durchbruchswerk „Slania“, welches zugleich den Labeleinstand darstellte, hat man den Midtempofaktor leicht, den Hit-Faktor allerdings drastisch erhöht. Zum Glück nie zu Lasten der Härte, die nach wie vor vorhanden ist, um allen jenen den Wind aus den Segeln zu nehmen, die der Band den Akustik-Exkurs warum auch immer krumm genommen haben. ELUVEITIE schaffen hier abermals das Kunststück, filigrane keltische Folkelemente absolut gleichberechtigt zur harten Gitarrenbasis Marke DARK TRANQUILLITY existieren zu lassen, ohne dass dabei die Qualität der Gitarrenriffs leiden muss wie oftmals bei Genrekollegen.

Aber nun zum Eingemachten: Nach dem traurig-schönen Instrumentalintro „Otherworld“ macht der Titeltrack unmissverständlich klar, dass Härte und Geschwindigkeit ein wichtiger Teil des ELUVEITIE-Sounds sind. Die absolut gekonnt eingeflochtenen Vocals von Anna Murphy veredeln dieses Stück zusätzlich. Dann folgt mit „Thousandfold“ der erste Tanzflächen-Hit ganz in der Tradition von „Inis Mona“, gesegnet mit einer Hammerhookline im Refrain. Hier fällt erstmals auf, dass die Übergänge der Songteile fließender ineinandergreifen als auf dem Vorgängeralbum. Weiter geht’s im Uptempo mit „Nil“, hier wird dann wieder ordentlich die Göteborg-Sau von der Leine gelassen und Dynamik großgeschrieben. Herrlich, wie hier wieder Instrumente wie Fidel und Flöten im Sound eingebettet sind, als wäre dies im Metal das Normalste der Welt. Es folgt das beschwingt beginnende und rockig riffende „The Essence Of The Ashes“ – wieder ein klasse Chorus, der zum Mitmachen einlädt. „Isara“ hingegen ist ein wunderschönes Instrumental, das anfangs komplett von nachdenklich klingender Akustikgitarre und Flöte getragen wird und später mit passendem Drumspiel unterstützt wird. Geil. Nach dem flotten „Kingdom Come Undone“ wird der absolute Überhit ELUVEITIEs bisher, nämlich „Quoth The Ravenqueen“, die Tanzflächen zum Beben bringen. Im Midtempo gehalten und mit einem Chorus von Anna und Chirgel im Duett, der mir die Armhaare senkrecht zum Himmel stehen lässt. Ich fresse einen Dudelsack mit Senf, wenn das Ding nicht als Video ausgekoppelt wird und künftig als permanent geforderter Teil im Liveset steht. Schönes Detail auch: Annas Grunz-Ausbruch in der Steigerung vorm Chorus. Bandtypisch und dynamisch geht’s mit dem flotteren „(Do)Minion“ weiter, gefolgt von dem Instrumental „Setlon“ welches auch gut auf das Akustikalbum gepasst hätte. „Sempternal Embers“ überrascht mit einem Upspeed-Zwischenpart, nachdem es im reinrassigen Midtempo begonnen hatte und brilliert mit einem schönen Flöten-/Riff-Zusammenspiel. „Lugdonen“ kommt als nachdenklichere, melodischere Version vom viel zitierten „Inis Mona“ daher und schon wieder „Erpelfolien-Alarm“ im Chorus. Einfach nur göttlich. Den Abschluss des Albums bildet das Instrumental „The Liminal Passage“, welches auch bei Mel Gibson auf Gegenliebe gestoßen wäre.

ELUVEITIE haben nun ein riesengroßes Problem. Ich kann mir beim allerbesten Willen nicht vorstellen, wie sie ihren Stil, der von Album zu Album gereift und auf „Everything Remains…“ zur Perfektion gelangt ist, noch weiterentwickeln wollen/ sollen. Angesichts dieser Songs ist es schon nebensächlich, dass niemand Geringeres als Legende Colin Richardson (MACHINE HEAD, SLIPKNOT) für den Mix verantwortlich war. Andererseits, wenn ein weiterer Meilenstein DIESES Kalibers dabei entsteht, darf Stagnation als Kompliment aufgefasst werden. Ich jedenfalls bin erstmal im ELUVEITIE Freudentaumel.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

ELUVEITIE - Weitere Rezensionen

Mehr zu ELUVEITIE