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ELYSIA - Lion of Judas

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Artist ELYSIA
Title Lion of Judas
Homepage ELYSIA
Label FERRET RECORDS
Leserbewertung
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Ferret hauen im Moment ja eine Scheibe nach der anderen aus, so dass man es langsam glatt mit der Angst bekommt. Damit werden bei mir so langsam unliebsame Erinnerungen an die Entwicklung von Victory geweckt… Aber noch ist alles im grünen Bereich, denn mit GREELEY ESTATES und 36 CRAZYFISTS waren die letzten beiden Veröffentlichungen richtig gut und auch ELYSIA wissen zu überzeugen, wenngleich es auf dem Silberling wenig zu lachen gibt.

Die Band aus Sacramento, CA, turnt schon seit einigen Jahren durch den Untergrund (zu Anfang unter dem Namen „ELYSIUM’S REVENGE“) und hat neben einigen selbst veröffentlichten EPs auch einen Longplayer namens „Masochist“ unter die Leute gebracht. Jetzt wird aber endlich geklotzt und nicht gekleckert und so fräst sich „Lion of Judas“ (dessen Symbolik in verschiedenen Weltreligionen zu finden ist) via Ferret in den Gehörgang des geneigten Hörers. Als Produzent konnte denn auch gleich niemand geringeres als der CONVERGE-Gitarrist Kurt Ballou gewonnen werden (der das Klangbild gekonnt zwischen Hardcore und Metal pendeln lässt), was eigentlich schon als ein kleines Qualitätsmerkmal anzusehen ist, denn in dessen God City Studios darf nicht jeder vorspielen. So ist es denn auch nicht weiter verwunderlich, dass die Band äußerst politisch agiert und der anarchistischen CrimethInc. Ex Workers Collective angehört (dessen prominenteste Vertreter sicherlich CATHARSIS waren). Schreihals Zak Vargas singt also nicht über Herz-Schmerz-Geschichten, sondern kotzt sich über Vergewaltigung, Religionen, Krieg und den ganzen bösen Rest aus, liegt aber nach eigener Aussage manchmal etwas daneben und schiebt diesen Umstand auf das junge Alter der Band. Probieren kann man es ja.

Dabei walzen die Gitarren aus den Boxen, der Bass brummelt und die Drums wechseln zwischen doomigen Phasen und High-Speed-Geknüppel hin und her (auch wenn der Schwerpunkt eindeutig auf den Mid-Tempo-Lava-Grooves liegt). Da werden Erinnerungen an DAMNATION A.D., BOTCH, CURSED oder DEADGUY, aber eben auch an CONVERGE wach. Wollte ich ELYSIA zuerst als weitere 08/15 Krach-Combo abtun und war dementsprechend wenig begeistert, zündete „Lion of Judas“ dann doch noch etwas später. Der Charme des Düster-Sounds offenbart einen nach kleiner Eingewöhnungszeit in seiner ganzen Pracht, ergo ist dies sicherlich keine CD zum Nebenbeihören. Mit der richtigen Stimmung ausgestattet kann einen der Silberling sicherlich von dem einen oder anderem Amoklauf abhalten. Für Menschen, die schon morgens mit knirschenden Zähnen aufwachen. Formidable Platte!

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