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EMIGRATE - Silent So Long

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Artist EMIGRATE
Title Silent So Long
Homepage EMIGRATE
Label VERTIGO
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Es ist bereits sieben Jahre her, seit Richard Kruspe mit seinem Solo-Projekt EMIGRATE das selbstbetitelte Debüt veröffentlicht hat. Richard Kruspe? Genau, der RAMMSTEIN-Gitarrist macht auch düster-melancholische Industrial- und Metalsongs, die es anno 2007 sogar bis auf Position 8 der deutschen Album-Charts geschafft haben. Jetzt war der Mann mit seiner zweiten Kapelle (und Gästen) wieder im Studio und präsentiert seinen zweiten Streich „Silent So Long“.

Ruhig geht es auf dem Silberling allerdings ganz und gar nicht zu. Gleich der Opener „Eat You Alive“ ´gibt ordentlich Gummi – übrigens mit einem eher unerwarteten Gast hinterm Mikro: Frank Dellé bringt man als SEEED-Fronter schließlich eher mit Reggae- und Dancehall-Sounds in Verbindung und weniger mit krachendem Metal. Auch die Kanadierin PEACHES ist mit ihrem avantgardistischen Electroclash üblicherweise mit anderen Melodien unterwegs, macht sich beim coolen und von NIN inspirierten „Get Down“ jedoch ganz hervorragend. Das blitzschnelle „Rock City“ ist schlicht eine Verbeugung vor dem ehrwürdigen Lemmy Kilmister, der hier mit bewährt rauem Organ auch gleich einmal den Gesang übernimmt. MARILYN MANSON hat derweil dem druckvollen „Hypothetical“ seinen Stempel aufgedrückt, ehe das eingängige „Rainbow“ zum Tanzen einlädt und der gotische Rocker „Born On My Own“ den Kopf in PARADISE-LOST-Manier zum Nicken bringt. „Giving Up“ schließt sich mit viel Druck im Midtempo an, während „My Pleasure“ eindeutig an die Hauptband RAMMSTEIN erinnert. Für das geheimnisvoll „Happy Times“ hat Kruspe die Mutter seiner zweiten Tochter ins Studio geholt: Margaux Bossieux, die im Übrigen bei der New Yorker Punk-Kapelle DIRTY MARY den Bass zupft. Mit kanckigen Langäxten übernimmt „Faust“, ehe für den hörenswerten Titeltrack „Silent So Long“ schnell noch Jonathan Davies (KORN) ins Boot geholt wird.

Richard Kruspe beweist mit „Silent So Long“, dass er auch jenseits von RAMMSTEIN einen Haufen Ideen hat. Mithilfe seiner zahlreichen Mitstreiter (hier seien auch noch einmal der Gitarrist Olson Involtini, Bassmann Arnaud Giroux und Drummer Mikko Sirén genannt) ist ein Album gelungen, das im Spannungsfeld zwischen RAMMSTEIN, MARILYN MANSON und NINE INCH MAILS eine Menge Abwechslung zu bieten hat und im hochwertigen Layout geliefert wird.

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