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EMIGRATE - The Persistence of Memory

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Artist EMIGRATE
Title The Persistence of Memory
Homepage EMIGRATE
Label SONY
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Offensichtlich ist Richard Kruspe das musikalische Umfeld von RAMMSTEIN, jener NDH-Band, die er 1994 mitbegründet hat, zu eng, denn „The Persistence of Memory“ ist bereits das vierte Album seines Nebenprojekts EMIGRATE, das er 2005 aus der Taufe gehoben hat. Die neun Tracks des aktuellen Longplayers stammen aus den Jahren 2001 bis 2018, Kapitän Kruspe sichtete für das verwendete Material seine Festplatten, arrangierte manches um, verpasste Liedern andere Texte und nahm Teile neu auf.

Herausgekommen ist ein Industrial-Rock-Mix, der stark elektronisch verbrämt ist und seine Zeitlosigkeit gekonnt unter Beweis stellt. So stammt die druckvolle Vorab-Single „Freeze My Mind“ bereits aus dem Jahr 2001 und ist damit einer der ersten EMIGRATE-Stücke überhaupt, wirkt aber auch 20 Jahre später noch absolut auf der Höhe der Zeit. Im Gegensatz zu den beiden vorherigen Platten „A Million Degrees“ (2018) und „Silent So Long“ (2014) gibt es dieser Tage keine lange Kollaborations-Gästeliste, einzig Till Lindemann – seines Zeichens RAMMSTEIN-Fronter – schenkt sein stets böse klingendes Organ einem Cover von „Always On My Mind“, das man wohl in erster Linie mit ELVIS PRESLEY und den PET SHOP BOYS in Verbindung bringt. Hier wird die Nummer erstmals als Duett vorgetragen, denn Richard steigt am Ende gesanglich mit ein. Die Liebe für die elektronischen Versatzstücke (vgl. beispielsweise das radiotaugliche „Come Over“) könnte derweil der neue EMIGRATE-Keyboarder Andrea Marino, der im heimischen Italien auch als DJ unterwegs ist, wiedererweckt haben. In jedem Fall macht sich diese musikalische Zutat im melodischen Industrial-Rock-Kontext ganz hervorragend.

Das alles lässt „The Persistence of Mermory“ in Gänze zu einem sehr abwechslungsreichen Longplayer geraten, auf dem düsterer Gothic („You Can’t Run Away“ oder auch „Blood Stained Wedding“) ebenso Platz hat wie knackiger Rock („Hypothetical“) und energiegeladene Ohrwürmer vom Schlag des tanzbaren „Yeah Yeah Yeah“ oder des treibenden Openers „Rage“, bevor es auf der Zielgeraden dank des geheimnisvollen „I Will Let You Go“ noch mal schaurig-schön wird. Beinahe wären die Songs übrigens nur als Beiwerk erschienen. Der ursprüngliche Plan war nämlich, eine Vinyl-Box der ersten drei Langrillen zu veröffentlichen, die eine Bonus-LP mit bisher unveröffentlichten Tracks enthalten sollte. Ab dem 17.Dezember wird es „The Persistence of Memory“ auch auf Vinyl geben, jetzt schon ist die VÖ als CD und digital erhältlich und zweifelsohne ist die aktuelle EMIRATE-Scheibe mehr als nur ein schmückendes On Top, sondern eine eigenständige Platte, die absolut hörenswert ist.

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