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EMMURE - Felony

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Artist EMMURE
Title Felony
Homepage EMMURE
Label VICTORY
Leserbewertung
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5.5/10 (2 Bewertungen)

Mit EMMURE meldet sich jetzt eine der bekanntesten Bands der Szene zurück. Victory Records wirft mit dem Neuling „Felony“ nun schon den dritten Brocken der Amerikaner auf den überfluteten Core-Markt. Die letzten beiden Scheiben, von denen vor allem das Debut „Goodbye To The Gallows“ in den höchsten Tönen gelobt wurde, haben sich schon mächtig zwischen absoluter Sickness und experimentellen Ausflügen hin und her geprügelt. Da dürfte es doch einfach sein, die Szene mit dem jüngsten Werk ähnlich zu begeistern.

Mächtig Futter gibt es auf jeden Fall. EMMURE schlagen mit Breakdowns nur so um sich und Sänger Frankie Palmeri kratzt sich mit überaus tiefen Growls und viel Geshoute die Textzeilen einzeln aus dem Hals. Ab und an mal klarer Gesang, ein paar gesprochene Zeilen und düstere Gitarrenparts, die ausnahmsweise nicht nur die Rübe polieren sollen, riechen verdächtig nach NuMetal, so dass mir Vergleiche zu KORN oder den DEFTONES nicht erspart bleiben. Ein wirrer Mix aus Deathcore-Brutalität, übersickem Downtempo-Gekloppe und neumetallischen Spielereien, mit denen wirklich kein bisschen gegeizt wird. Hätte ich es nicht besser gewusst, wäre mir als erstes eine böse Core-Variante von Jonathan Davis und seinen Mannen eingefallen. Man höre sich nur „Bars in Astoria“ an. Analog dazu zeugen die Texte überwiegend vom amerikanischen „Hard-Knock-Life“ und persönlicher Zwietracht. Diese klingen bei näherem Hinsehen gar nicht so hohl, wie manch einer jetzt denken mag. Wer aber auf Dicke-Eier-Lyrics wie „The next time you see her/ Ask your girl what my dick tastes like“ steht, kommt hier ebenfalls voll auf seine Kosten. Mit diesem Konzept kloppen sich die fünf Jungs durch ihre zwölf neuen Songs. Hier und da stechen mal ein paar wirklich coole und frische Parts heraus, jedoch spätestens nach den ersten drei, vier Tracks kommen erste Anzeichen von Langeweile auf. Mit der Hoffnung auf Abwechslung stößt man schnell auf eine dicke Mauer und von der Begeisterung um das Debut ist meiner Ansicht nach leider nicht mehr viel zu hören.

Fans sollten trotzdem zugreifen, ist doch auch dieses Werk in gewohnter Victory-Manier schön rund und ansehnlich produziert worden (verantwortlich dafür ist Anton Lussier, seines Zeichen Gitarrist bei ION DISSONANCE). Der Rest wird wahrscheinlich schnell mit „Sellout“-Rufen in der ersten Reihe stehen und gegen die Truppe wettern. Auch wenn das Genre aktuell nicht viel Innovatives her gibt, habe ich mir von „Felony“ mehr erwartet. Es scheint, als wäre der anfängliche Höhenflug auf eine lange, öde Strecke hinaus gelaufen, mit der EMMURE vielleicht in der Szene genau den Nerv treffen, sich aber wahrlich keine Lorbeeren um den Hals hängen können.

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