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EMPIRE ESCAPE - Colours

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Artist EMPIRE ESCAPE
Title Colours
Label VELOCITY SOUNDS
Leserbewertung
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7.7/10 (10 Bewertungen)

Henrik Schäfer (Gesang & Gitarre), Michael Jobs (Schlagzeug), Ihno Homma (Bass) und Julius Rothlaender (Gitarre) haben schon vor EMPIRE ESCAPE zusammen Musik gemacht. Da hieß die Band IKARIA und auf dem Programm stand Post-Rock. Aber irgendwie war der Wurm drin und es musste etwas anderes her. Das war 2011 während eines gemeinsamen Liverpool-Aufenthalts, der mit einem vom Taxifahrer initiierten Spontanbesuch am John Lennons Geburtshaus endete: EMPIRE ESCAPE waren nach einer durchzechten Nacht in der Bar „The Empire“ geboren.

Zwei Jahre und einen längeren Schweden-Aufenthalt (zwecks Plattenaufnahme) später, ist das Debüt „Colours“ im Kasten und gefällt mit einem dezent-düsteren Mix aus Indie- und Post-Rock, dem zweifellos die eine oder andere JOY-DIVISION-CD-Session vorangegangen ist. Eilig haben es die vier Berliner nicht wirklich, stattdessen treffen dunkel-schöne Harmonien auf das ähnlich wirkende Organ des Herrn Schäfer. Dass so etwas keinesfalls zu Niedergeschlagenheit führen muss, beweist der aufgeräumte Opener „Qui“, ehe mit „The Chemistry of Colours“ Eighties-Shoegazing mit viel Melodie annonciert wird. „Magnolia“ schlägt leise Töne an, denen mit „Divine“ tanzbarer Pop folgt. Für „The Past Is A Strange Place“ kommt eine Quetschkommode zum Einsatz und verbreitet wohlige Wärme, ehe „Lightships“ zu knackigen Drums greift und „New York Movies“ und „Silhouettes“ erneut auf den Dancefloor bitten. „There Will Be Blood“ kündigen die Hauptstädter mit schwermütigem Minimalismus an, um mit „Lines“ in düstere Achtziger-Gefilde abzutauchen, in denen auch THE CURE anzutreffen sein dürften. „Constellations“ agiert derweil rhythmusbetont und am Ende zeigen EMPIRE ESCAPE mit „Depart“ ein weiteres Mal ihre gefühlvoll-melodische Seite.

Ist das jetzt Dark Pop, Barock Rock? New Pop? Irgendwas dazwischen mit einem deutlichen Bezug zu den düsteren Sounds der Eighties, wobei „Colours“ absolut auf der Höhe der Zeit ist. Abwechslungsreich und mit viel Spielfreude schlagen die Mannen von EMPIRE ESCAPE ein neues musikalisches Kapitel auf und lassen keinen Zweifel daran, dass sie sich mit ihrem Neubeginn wohl fühlen und mit der stilistischen Neuausrichtung den für sie richtigen Weg gewählt haben.

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