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EMPYRIUM - The Turn of The Tides

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Artist EMPYRIUM
Title The Turn of The Tides
Homepage EMPYRIUM
Label PROPHECY
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Es war der 22. November 2013. An jenem Abend in Berlin durfte ich der ersten Vorstellung der neuen EMPYRIUM-Songs beiwohnen. Für mich als langjährigen Anhänger der Band war dies ein besonderes Erlebnis, denn schließlich wurden nun die ersten neuen Stücke seit über elf Jahren vorgestellt. Ihr könnt Euch sicher denken, dass ich von da an gewartet und fleißig die Homepages des Labels und der Band frequentiert hatte, bis endlich der Tag gekommen war und „The Turn of The Tides“ offiziell das Licht der Welt erblickte – zwölf Jahre nach „Weiland“.

Nun stellt sich an diesem Punkt natürlich die Frage, was der Hörer vom neuen Werk erwarten kann oder darf? Und die Antwort darauf ist denkbar einfach: Ein typisches Album, wie es eigentlich nur EMPYRIUM abliefern können. Denn wenn man den Werdegang der Band zurückverfolgt und die Alben miteinander vergleicht, kommt man zum Schluss, dass jedes Werk etwas anders war und sich nicht an Genregrenzen gehalten hat. Sei es das Demo „Der wie ein Blitz vom Himmel fiel …“ oder das offizielle Debüt „A Wintersunset …“, wo noch ein relativ zäher und düsterer Sound vorherrschte, der irgendwo zwischen Black Metal und Naturmystik hing oder aber „Weiland“, das schon beinahe klassische Elemente hatte, Folk und Neo Folk. Einfach jedes Werk war anders. Und genau da reiht sich „The Turn of The Tides“ ein – es ist anders als alle anderen Werke vor ihm. Den Einstieg macht mit „Saviour“ ein anfangs ruhiges Stück. Melancholische Pianomelodien laden dabei direkt zum Träumen ein. Nach ca. fünfzig Sekunden setzt dann orchestraler Sound ein, der die eingängige Melodie mit viel Wucht untermalt. Und nachdem diese Klanggewalt wieder abgeflaut ist, erklingen die ersten Worte am Mikro. Ein wenig Gänsehaut ist hier jedem Fan garantiert, da es eben einfach EMPYRIUM pur ist. Das Stück schwankt zwischen ruhigeren und härteren Passagen, in denen auch die eine oder andere Gitarre mitklingt. Was für ein würdiger Einstieg. Mit „Dead Winter Ways“ folgt ein ähnlich geartetes Stück. Allerdings erinnern die Sounds zuweilen an die Frühwerke der Band. Düstere Melodien auf Orgel und Keyboard. Zur Mitte hin setzen dann schwere Gitarren ein. Mein Blick schweift über meine CD-Sammlung. Irgendwie hätte das Stück auch auf „A Wintersunset …“ sein können – inklusive des teilweise kehligen Gesangs. Zu Beginn des nächsten Stückes („In The Gutter of This Spring“) ertönen zarte Streicher, welche nach kurzer Zeit rhythmisch von dezenter Percussion unterstützt werden. Dieser ruhige und beinahe meditative Sound zieht sich bis zur vierten Minute hin, und erst die fiese Gitarrenwand weckt den Hörer förmlich auf. Mit dem nun folgenden „The Days Before The Fall“ schließen EMPYRIUM ihr loses Konzept der vier Jahreszeiten ab. Im Anschluss folgt mit „We Are Alone“ ein Stück, das eine Brücke zwischen den Jahreszeiten und dem zweiten Part der CD schlägt. Bei dem Titel handelt es sich um eine reine Pianoballade, emotional wie der Titelname. Herrlich. Was nun noch kommt, sind das wirklich deprimierende „With The Current Into Grey“ und final der Namensgeber „The Turn of The Tides“. Und über allen sieben Stücken thront die Melodieverliebtheit der Band, gemischt mit Elementen aus Klassik, Rock, Metal, (Neo)Folk und sogar etwas Elektro (der Rhythmus von „In The Gutter of This Spring“). Zum Thema Klangqualität und Produktion muss ich an dieser Stelle vorsichtig sein, da mir zum Besprechen nun ein digitales Muster vorlag. Dieses, zumindest in hoher MP3-Qualität, klang jedoch schon sehr überzeugend. Aus diesem Grund denke ich, dass auch das finale (nicht reduzierte) Werk sowohl in Dynamik als auch Klang und Auflösung punkten kann.

Ich für meinen Teil kann am Ende meiner Lobhudelei nur jedem echten Fan raten, hier ein Ohr zu riskieren, da das Album schlicht auf ganzer Linie überzeugt. Anhänger, die erst später auf die Band aufmerksam geworden sind (speziell zu „Weiland“) sollten vorher reinhören, da hier sehr viele Elemente vorhanden sind, die eben nicht auf dem Werk von 2002 vorhanden waren. Davon abgesehen ist „The Turn of The Tides“ einfach klasse und unterstreicht den Status „Ausnahmekünstler“, den die Band bereits 2002 und davor schon hatte. Die Jungs haben nichts in den letzten Jahren verlernt – im Gegenteil.

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