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ENCHANT - The Great Divide

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Artist ENCHANT
Title The Great Divide
Homepage ENCHANT
Label INSIDE OUT
Leserbewertung
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Ok, ok… es ist nie gerecht, Bands immer und immer wieder mit ihren frühen Werken zu vergleichen, aber wenn eine Combo für einen selber eines dieser persönlichen Überalben rausgehauen hat? Dann hofft man natürlich bei jeder VÖ auf einen Part 2 zu halt jener Scheibe… so verhält es sich bei mir u.a. neben vielen anderen Acts auch mit den aus der Bay Area stammenden Progstern ENCHANT. 1993, auf “Magna Carta” erscheint “Blueprint of the World” und bläst mich komplett aus den Socken. Als Fan alter RUSH/ KANSAS/ GENESIS usw rannte diese CD sofort offene Türen ein und machte es sich in meinem Oberstübchen bequem für viele Monate der Dauerbeschallung. Hit an Hit, unfassbar fesselnde Arrangements/ Spannungsbögen gepaart mit tollen Gesangsmelodien/Refrains. A Fanboy was born. Leider revidierte jeder folgende Longplayer jene Einstellung und war in sich immer eine weitere kleine Enttäuschung. Auch die gesehene Show im Vorprogramm von DREAM THEATER war nicht so der Burner und nach dem wieder nicht zündenden “Juggling 9…”-Album hab ich mich 2000 musikalisch Interessanterem aus dem Genre gewidmet.

2014, knapp 10 (!) Jahre nach dem letzten Album (Ted Leonard hab ich zwischendrin noch als Sänger bei THOUGHT CHAMBER auf dem Schirm) erscheint nun der scheinbar achte Longplayer der Band um Songwriter und Gitarrist D. a. Ott… und legt erstmal bedächtig bis einschläfernd los mit 2 je 8-minütigen seichten Progrockern. Nett aber nicht wirklich grandios. Anders der mit einem cool nach SAGA klingenden Beginn punktende Titelsong… auch nicht das, was man UpTempo nennen würde, aber zu keiner Sekunde langweilig trotz 9 Minuten Laufzeit. Was auch an dem immer wiederkehrenden leicht nach frühen MARILLION klingenden Gitarre-Hauptmotive liegt. Feine Sache. Dann folgen immer gefällige aber nicht zwingend großartige Songs zwischen Prog Rock und Prog Metal, die mal ein wenig nach FATES WARNING oder aber SPOCK’S BEARD (“Life in a Shadow”) tönen… und vor allem fühlt man sich immer wieder an MARILLION zu “Fugazi”/ “Childhood”- Zeiten erinnert von der Melodieführung her. Mein persönlicher Favorit (oder Retter/ Beschwichtiger…) kommt dann ganz am Ende der knapp 1-stündigen Platte: “Here and Now” klingt endlich mal nach frühen ENCHANT und hätte so auch gut auf “Blueprint…” gepasst.

Es geht doch. Abschließend bleibt ein gutes, handwerklich top vollzogenes aber auf Länge betrachtet leider recht unspektakuläres Standard-Progrock-Album, das Genre-Fans trotzdem bestimmt mehr als gefallen wird, early ENCHANT-Fanboys wie mir aber wieder nicht viel bringen dürfte. Schade.

Anspieltipps: „The Great Divide“, „Here and Now“

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