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ENGELSSTAUB - Ignis Fatuus: Irrlichter (Re-Release)

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Artist ENGELSSTAUB
Title Ignis Fatuus: Irrlichter (Re-Release)
Homepage ENGELSSTAUB
Label APOLLYON/ MUSIQUE INDEPENDANTE NOIRE
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7.0/10 (3 Bewertungen)

Die Formation ENGELSSTAUB, die 1992 von Mark Hoffmann unter dem Namen GODKRIST in Kassel aus der Taufe gehoben wurde, hat nun ihr bereits 1994 erschienenes Album „Ignis Fatuus: Irrlichter“ noch einmal neu aufgelegt. Zu dem Trio gehören noch Silke „Lilith“ Hoffmann, die Schwester des Bandgründers, und Janusz Zaremba, die bereits zusammen in der damaligen Formation MADRE DEL VIZIO musiziert hatten. Ein Schelm, wer bei dem Namen an Kokain denkt, ist er doch eher aus den esoterischen Inhalten des 1999 erschienenen Albums „Anderswelt“, ebenfalls erschienen bei Apollyon, abgeleitet. Fanden bereits einige Songs aus ihrem ersten Album Fans in den Tanzsälen, so erlangten sie mit „Victims Of Love“ aus dem zweiten Album „Ignis Fatuus“ 1994 besondere Beliebtheit und produzierten später mit dem bereits erwähnten „Anderswelt“ einen Longplayer.

Mit „The Gate” betritt der Hörer einen faszinierenden Klangteppich, gewebt aus den unterschiedlichsten Percussions, eine andere Welt, die scheinbar im orientalischen Jenseits existiert. Mit dunklen Glocken eingeleitet wird „Dream Demon” und die Erzählerstimme beginnt von einem Traum zu erzählen. Lange, melodische, gut klingende Sequenzen, bis dann schließlich am Ende mitten in einem orchestralen Aufbäumen abgebrochen wird. Der mehrstimmige Gesang in „The Change Of The Moon” wird von Pfeifen und kräftigem Schlagwerk unterstützt. Textliche Sprenkel in polnischer Sprache peppen den gut tanzbaren Song auf. In einem ähnlichen Rhythmus wird „Per Aspera Ad Astra” abgespult, in welchem mit Grabesstimme von Tod und Hass und von einer Welt berichtet wird, in der es sich nicht zu leben lohnt. Electronicbeats aus den unterschiedlichsten Klangkörpern laden bei „Ignis Fatuus“ mit einem schnellen Rhythmus zum Tanz, der zwischendurch von gregorianisch und orientalisch anmutenden Gesängen unterstützt wird. Der Takt des bislang noch nicht veröffentlichten Tracks „Ignis Fatuus: The Call Of Nephthys“ ist zwar nicht ganz so tanzbar für jeden, dafür dringt er mit seiner trancevollen Kraft in ungeahnte Windungen des Ohres/ des Gehirnes vor und entführt den Zuhörer oder Tänzer in die mystischen Welten der Sahara. Ganz im folkigen Mittelalter-Stil wird „Victim Of Love” vorgetragen und erinnert damit an ein Tanzlied der dunklen Jahrhunderte in Europa. Es sollte in der Mittelaltergemeinde auf jeden Fall beachtet werden. Wenn ein Song ein bisschen rockiger klingt, dann ist es der polnisch gesungene Track „Serce Aniola“. Für deutsche Ohren vielleicht ungewohnt, aber für diesen Song einfach passend und klasse. Ich konnte mich jedenfalls bestens daran gewöhnen. Mit „Phantasmagoria“ taucht man zunächst in den Tiefen des Meeres unter, um anschließend durch die sanfte Melodie und die elfengleiche Stimme aus Fantasy Island in ein angenehmes Schwingen versetzt zu werden. Pauken, Orchester und Trommeln beschließen mit dem Marsch „Epilogue“ das dunkelmystische Werk.

Mit dem aufwendig verpackten Re-Release bringen die Künstler erneut eine dunkle und romantische, folkig angehauchte Musik unter das Volk und die Fans, die sich nach mystischer Musik verzehren. Obwohl bereits erstmals 1994 erschienen, hat das Album nichts von seiner zeitlosen und traumhaften Mystik verloren. Im Gegenteil: digital komplett überarbeitet mit einem neuen, bislang noch nicht veröffentlichten Track sollte es nicht in den Regalen der Darkwave- oder Neofolk-Freunde fehlen.

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