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ENOCH - Graveyard Disturbances

VN:F [1.9.22_1171]
Artist ENOCH
Title Graveyard Disturbances
Homepage ENOCH
Label BAPHOMET RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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Ein Album für Kenner! Was Killjoy und Mirai von den Extrem-Bastarden NECROPHAGIA hier fabriziert haben, hat mit Metal aber auch nun gar nichts zu tun. Stattdessen lebt man die Vorliebe für Soundtracks obskurer italienischer Genrefilme konsequent aus. Schon das von Patrick Tremblay erstellte Artwork lässt den ahnungslosen Probanten eintauchen in die Welt der Euro-Zombies zu Beginn der 80er Jahre, als Lucio Fulci, Bruno Mattei oder Andrea Bianchi mit unfassbaren Gore-Eskapaden unsere niedrigsten Instinkte bedienten. Auch der Albumtitel bezieht sich auf einen gar nicht mal so tollen Horrorfilm: „Die Gruft“ aka „Graveyard Disturbance“ vom Sohn des „großen“ Mario Bava.

Gitarren wird man hier vergebens suchen, ebenso irgendeine normale Form des Gesangs. Hier handelt es sich um den fiktiven Soundtrack einer (leider) längst vergangenen Epoche. Leider, denn mittlerweile haben selbst einige Kritiker erkannt, was für Kleinode ohne den dämlichen Hollywood Hype in Europa entstehen konnten. Es lebe der Analog-Synthesizer! Es leben die warmen Klänge, die Spannung oder Angst erzeugen, die auf der Klaviatur der Gefühle spielen und schon damals auf Tonträgern reißenden Absatz erfuhren. Ein wenig GOBLIN (Argentos Haustruppe), haufenweise Fabio Frizzi (der viel für Fulci komponierte) und ein guter Schuss Stelvio Cipriani, einer der besten Polizeiscore-Schreiber. Da blubbert und wabert es, synthetische Chöre erinnern an „The Beyond“ und man sieht sich selbst durch eins der 7 Tore des Schreckens schreiten. Wird es eine Wiederkehr geben? Bei „Morning Star Reborn“ hat jemand vorher ganz genau bei „Suspiria“ zugehört, bei dem wilden Tribaldrumming und den verstört-versteckten Hexenschreien aus den Untiefen der Hölle. „Chasing the Dragon“ wiederum vereint die melancholischen Momente diverser Castellari-Epen, wenn vorzugsweise gerade Franco Neros Sohn von bösen Mafiosi überfahren wurde…

Diese CD funktioniert nur als Ganzes, und in der Dunkelheit noch besser. Die Filme, die dabei vor dem geistigen Auge ablaufen, sind nicht schön aber karthasisch, für den Hörer genauso wie für das Splatterbesessene Musikanten-Duo. Für mich als alten Schundfreak eine Offenbarung und eine Zeitreise zugleich. Da hat jemand ganz genau zugehört, seine Schlüsse gezogen und das „alte“ Feeling neu belebt. Hat mehr Seele als die meisten Gitarrenschrubbereien!

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