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ENOCHIAN CRESCENT - The Black Church Psalmbook

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Artist ENOCHIAN CRESCENT
Title The Black Church Psalmbook
Homepage ENOCHIAN CRESCENT
Label WOODCUT RECORDS
Leserbewertung
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Diese Jungs meinen es ernst. Dieses Mal auf jeden Fall. Die „Schwarze Bibel für den anderen Gott“ – den, der gemeinhin ein wenig nach Schwefel müffelt. Und ich habe auch noch ein Faible für diese Finnen, seit sie 1997 ihr erstes Album „Telocvovim“ herausbrachten, welches einem damals schon reichlich merkwürdig vorkam. Allein dieses Cover… Inzwischen sind 9 Jahre vergangen, und nachdem die Jungs ihren „Telocvovim“-Fetish zur Genüge ausgelebt haben (die ersten 3 Releases tragen alle den Begriff im Titel), darf nun endlich Longplayer Numero 3 die unchristlichen Ohren erfreuen. Die beiden Gründungsmitglieder „Wrath“ und Victor sind immer noch am Start, dazu darf u.a. ein gewisser „Dr. von Pfosforus“ den Bass quälen und fast alle Lyrics erdenken. Die scheinen einem Gesamtkonzept zu folgen, denn die Tracklist ist in drei aufeinander folgende Parts eingeteilt: „Our Life in Wormwood Christ“, „Our Life in his Kingdom“ und „Our Life in Servitude“. Abschreiben kann jeder, werdet ihr jetzt denken, also mitten rein ins Gekröse.

Das Quintett huldigt dem gehörnten Oberbanausen mit einer abwechslungsreichen Mischung, die im wesentlichen schwarz-metallisch daher kommt. Allerdings nicht in der ganz alten Holterdipolter-Variante, hier sind durchaus Strukturen und Technik zu finden. Woodcut hatte ja früher einen Haufen eher halbgarer Kapellen im Angebot wie ALGHAZANTH oder THYRANE, die (damals) alle mehr oder weniger gleich klangen. Leider hat es auch 2006 nicht für die ganz fette Produktion gereicht, aber es ist durchaus noch im ordentlichen Rahmen. Das Artwork besitzt allerdings eine ganze Ecke mehr Klasse, das nur nebenbei. Nach 2 relativen Rasereien wird es mit „Chalk Face“ das erste Mal differenzierter, hier kommen auch Pagan-artige Shouts ins Spiel, während ansonsten derbe gekreischt wird. Sinn für schöne Gitarren-Melodien beweist das darauffolgende „Thousand Shadows“, wo zum wiederholten Male der Gesang gedoppelt wird. Als Gäste dürfen im weiteren Verlauf der Scheibe der „Omega Chor“ und die „Graue Kapelle“ auftreten, haben sicher schon 666 Jahre ihren treuen Dienst im Fegefeuer geleistet… Ok, so ganz ernst nehme ich den Gestus dieser Veröffentlichung nicht, allerdings scheinen mir die Herren Musiker selbst eher parodistisch veranlagt sein, wenn ich das Booklet im Hellen betrachte, sollte man ja vielleicht auch nicht machen… Wilde Höllensoli bietet „Ghost of Saturn“ (deutlich besser als „Ghosts of Mars“), bevor dann auch mal vereinzelt thrashige Passagen für Abwechslung sorgen. Bei „Hendekagrammaton“ darf dann auch wieder ein heroischer Vikinger seine Stimme benutzen, wirkt ansonsten etwas zerfahren der Song. In dem Stile breaken und schreddern sich die „mystischen Eunuchen“ dann bis zum Ende durch.

Feines Scheibchen für Fans technischen, mittelharten Black Metals mit Sinn für kleine Spielereien abseits der Norm. Das Drumherum ist konzeptionell Geschmackssache, dafür aber recht leidenschaftlich ausgeführt. Der „große“ Hit fehlt, und die Produktion ist wie bereits erwähnt nicht differenziert genug, dennoch ein wichtiger Schritt nach vorne für ENOCHIAN CRESCENT, der sie möglicherweise endlich richtige Beachtung finden lässt.

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