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ENOUGH TO KILL - A Reason For…

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Artist ENOUGH TO KILL
Title A Reason For…
Homepage ENOUGH TO KILL
Label DEADSUN RECORDS
Leserbewertung
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Dass Metalcore im eigentlichen Sinne mittlerweile schon mehr als tot unter der Erde liegt, ist offensichtlich noch nicht jedem bekannt. Infolge dessen entstand ein reichlich breiter Sumpf, gefüllt mit Newcomer-Bands, die sich irgendwann mit ihrem Sound so festfuhren, dass sie keiner mehr aus dem schmutzigen Schlammloch rausziehen vermochte. Trotzdem gehört der Prozess noch nicht der Vergangenheit an. Stattdessen machen es sich immer noch mehr Gruppierungen in der „multikulturellen Dreckpfütze“ gemütlich. Da frage ich mich, warum die Italiener ENOUGH TO KILL 2009 ernsthaft von ihrer ersten „full length, metal-core style cd“ sprechen. Vor ein paar Jahren ging man noch unter dem Namen LEGION an die Death Metal-Front. Dass das „alte Kamellen“ zu sein scheinen, macht nicht nur das überholte, stereotype Layout der Scheibe deutlich.

Der Opener entlockt mir doch schon glatt einen ersten dicken Seufzer. Dieser hätte nämlich kaum vorhersehbarer gestaltet werden können. Das MC-typische Piano-Intro bleibt zwar aus, dafür bollert man sofort mit Standard-Riffing drauf los, haut noch einen Breakdown dazwischen und Shouter GL zaubert, welch Wunder, pünktlich zum Refrain ein paar klare Zeilen hervor. Fertig ist der Metalcore-Track! Da hilft es auch nicht, mit dem folgenden „No One Just Me“ auf die todesmetallischen Wurzeln hinzuweisen. Hier geht’s mit monströs tiefem Riffing und massig Gegrowle wirklich Richtung Oldschool-Death, aber auch dieses Machwerk kommt nicht ohne cleane Vocals und ein Break aus. Irgendwo dazwischen tummeln sich noch ein paar spacige Synthesizer, die das ganze aber auch nicht mehr ordentlich abrunden können. Hinzu kommt eine eigenartige Produktion, deren Klang eher an die 80er erinnert und dem Attribut „Metalcore“ nicht wirklich gerecht wird. Trotz diverser Lineup-Wechsel – lediglich zwei Gründungsmitglieder sind der Band noch erhalten geblieben – drängen sich nach und nach die LEGION-Elemente immer mehr in den Vordergrund. So driften die Vocals häufig in den Death-/ Black-Bereich ab und die Kompositionen haben auch sonst oft mehr mit Metal- als mit Core-Geschrote am Hut. „Lost Forever“ und „Slivers Of A Wrong Age“ verstärken mit schnell gezockten Soli, wie man sie im modernen Metal am ehesten bei beispielsweise TRIVIUM wiederfindet, den Eindruck noch ungemein. Das untypische Instrumentalstück „Na(t)ive“ ist erfreulicherweise kein Standard-Synthesizer-Gedudel aus der Konservendose und führt den Hörer sehr passend in die Midtempo-Kanone „Your End Is Coming“ über. Neben Double-Bass und thrashig-schweren Riffs werde ich zum Ende hin von ein paar gesungenen bzw. gesprochenen Zeilen und elektronischen Klängen doch wieder daran erinnert, dass ich es ja mit einer Metalcore-Formation zu tun habe. Mit einem METALLICA-Lead beginnt die etwas weniger brachiale Nummer „Hide In A Lie“ und mit einem Ausschnitt aus George W. Bushs Ansprache nach den Terroranschlägen auf die USA wäre das Thema Politik auch abgedeckt. „Another Chance“ führt die Platte danach schön „core-mäßig“ zu Ende: quietschende Synthesizer, klarer Gesang und die breit genutzten Breaks räumen nebenbei auch noch ein, zwei Soli Platz ein. Mit einem unglücklich gewähltem Synthesizer-Produkt ist dann endgültig Schluss, obwohl der letzte Ton eigentlich noch auf mehr warten lässt.

Startete „A Reason For…“ anfangs sehr mäßig, wurde die Scheibe im Laufe der zehn Tracks doch noch ein wenig besser. Nichtsdestotrotz kommt sie nicht über das Mittelmaß hinaus. Der eigenartige Wandel hin zum Metalcore hat der Truppe nicht umbedingt gut getan, denn in ENOUGH TO KILL steckt noch mehr LEGION, als der Fünfer vielleicht zugeben möchte. Der verwirrende Mix aus Death und MetalCore (wobei man hier nicht vom klassichen Deathcore sprechen sollte) wird wohl in keinem der beiden Lager den Durchbruch schaffen können.

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