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ENSEMBLE PITTORESQUE - For this is Past (Re-Release)

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Artist ENSEMBLE PITTORESQUE
Title For this is Past (Re-Release)
Homepage ENSEMBLE PITTORESQUE
Label CLOGSONTRONICS
Leserbewertung
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9.7/10 (3 Bewertungen)

Bereits bei der letzten Veröffentlichung (STÖRUNG „This is Future“) des niederländischen CLOGSONTRONICS-Label habe ich die neuartige Veröffentlichungsstrategie gelobt, CD und Vinyl in ein und demselben Package zu veröffentlichen. Diesen Weg beschreitet man erfreulicherweise auch bei dem re-release „For this is Past“ des 83er-Debuts vom ENSEMBLE PITTORESQUE weiter. Auch hier bekommt man eine CD zum Hören und das gute alte Vinyl für die Nostalgiesammlung – sehr gut!

1978, in einer Zeit zwischen Punk und Glam, wo Bands wie KRAFTWERK und BRIAN ENO von der Szene gefeiert wurden, war die Geburtsstunde von EP. Nach mehreren vergeblichen Versuchen bei einem größeren Label unterzukommen, investierte man damals lieber in weiteres Equipment und die Produktion des vorliegenden Debutalbums. „Better Life´s“ beginnt sehr flott und versprüht eine angenehme kühle Atmosphäre, die man früher auch bei Bands wie DER MODERNE MAN und GEISTERFAHRER spüren konnte. Minimaler Elektrowave, gepaart mit Gitarren und Sprechgesang, der wiederum ein wenig an den frühen PHILLIP BOA erinnert. „The Art of Living“ reißt ebenfalls von Beginn an mit und zeigt Ansätze von einem Sound, den man später Indierock nennen sollte. Wesentlich experimenteller geht es bei „Auratorium“ zu, das nervöse Drums und Soundcollagen von Stammesgesängen-ähnlichen Passagen bietet. „Artificials“ ist reiner Minimal-Elektro, der einem richtig warm ums Herz werden lässt, wenn man an die 80er zurückdenkt. „O.B.W.T“ hat den Charakter einer (wenn auch treibenden) Ballade. Bei einem weiteren klassischen Minimal-Electro Track namens „Maitre Brains“ kommt sogar der damals schon sehr beliebte Vocoder zum Einsatz. Sehr interessant wirkt auch „Building Brains“ mit seinen Marschdrums. Nach dem beschwingten „Lovesong“ und dem ruhigen „Ash grey as Sunday“, wird die CD mit einem richtigen Highlight beendet. „Reichsdorf Room 6“ wirkt wie der Soundtrack zu einem Antikriegsfilm – enorm melancholisch und gleichzeitig mitreißend.

Man kann auch dieses Re-Release mit Recht als vollständig gelungen bezeichnen. Den Hörer erwartet eine absolut geniale Scheibe, die sich in ihrem Genre erstaunlich vielfältig präsentiert. Von Minimal-Electro, Wave, bis hin zu Indierock werden viele Spielarten gekonnt betrachtet. Für mich eine kleine/ positive Überraschung in diesem Jahr.

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