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ENTWINE - DiEversity

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Artist ENTWINE
Title DiEversity
Homepage ENTWINE
Label CENTURY MEDIA
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

ENTWINE aus Finnland zählten für mich immer zu den zwar ordentlichen aber gesichtslosen Gothic Metal Kapellen im Fahrwasser von HIM, aber nach Begutachtung des vierten Albums muss ich doch meinen imaginären Hut ziehen. Zunächst fällt neben der gnadenlos guten Produktion (Astia/ Finnvox) auch das superbe Cover von Travis Smith (KATATONIA etc.) auf. Zudem schaut Keyboarderin Riitta äußerst apart aus, sie kommt wie eine Mischung aus Hanka (Big Brother) und der jungen Doro Pesch daher, das nur mal am Rande… Dann zum Wesentlichen, der Musik: Anscheinend haben dem Sextett Festivalerfahrung und die nachfolgende einjährige Auszeit zu einer Fokussierung der eigenen Stärken verholfen.

Natürlich kann man das Material immer noch unter der groben Schublade „Gothic Metal“ einordnen, dennoch verstehen es die Skandinavier, interessante, artfremde Nuancen zu integrieren. Goldkehlchen Mika beispielsweise variiert von „schmachtend-elegisch“ bis hin zu nu metallischen Tonfolgen, genauer: Er erinnert manchmal an Chester von LINKIN PARK. Die Refrains sind allesamt sehr ausgefeilt und durchaus mit Blick auf Charterfolg arrangiert, was ihnen in ihrer Heimat auch gelingen sollte, wo Gothic Kapellen eine lange Tradition besitzen. Klingt man bei „Six feet down below“ noch nach einer 80er Band mit Rock statt Metal Gitarren, werden im darauffolgenden „Refill my soul“ die Parallelen zu CHARON überdeutlich. „Someone to blame“ ist dann fast Alternative Rock während „Nothing’s forever“ besonders durch die pianoartigen Keys in Richtung HIM schielt. Zum Schluss verhallen die Schritte in einem unendlich großen Saal, das Werk ist getan, die Zeichen stehen auf Sturm…

Für mich ist dieser Release etwas stärker als CHARONs letzte Scheibe und deutlich besser als das vergleichbare Werk von TO/DIE/FOR, womit man sich weit vorne im Heer der Romantik Metaller einreiht. Und die Jungs plus Mädel sehen so cool aus, dass nicht nur weibliche Fans zu den Konzerten strömen werden…

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