Band Filter

ENTWINE - Fatal Design

VN:F [1.9.22_1171]
Artist ENTWINE
Title Fatal Design
Homepage ENTWINE
Label CENTURY MEDIA
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.0/10 (5 Bewertungen)

7 Jahre nach der Veröffentlichung ihres offiziellen Debüts erscheint nun ihr 6. Longplayer. Das 7. Jahr – ein gutes oder ein schlechtes Zeichen? Wobei, offiziell gibt es die Band schon etwas länger. 1997 fand sich die Gruppe für ihr erstes Demo zusammen und sorgte mit „Divine Infinity“ für ein Raunen in der Gothic-Szene. Mit den folgenden Veröffentlichungen machten sich die Mannen Stück für Stück einen guten Namen. Auf ihrem Label Century Media erscheint nun wieder der neueste Silberling mit dem klangvollen Namen „Fatal Design“. Aber hält die Scheibe, was der Ruf der Band verspricht, oder wird sie zur fatalen Fallgrube?

42 Minuten Gothic Metal erwarten den Genrefan auf dem Silberling. Wobei schon nach kurzer Zeit ein Fragezeichen über meinem Kopf erscheint – Gothic??? Die Jungs rocken straight gerade aus, überzeugen mit guten Texten und mit fetten Gitarrenwänden. Okay, es gibt genügend Gothic Metal Bands, die da doch wesentlich härter voranmarschieren, aber den Songs „fehlt“ es manchmal an Melancholie und Düsternis. Dies soll allerdings keine Kritik sein – im Gegenteil, es rockt und animiert die mehr oder minder vorhandene Haarpracht zum Schütteln. Die Riffs gehen ins Ohr und streben doch oft mehr in Richtung Heavy Metal oder sogar noch härtere Gefilde. „Out of You“ sei da repräsentativ erwähnt. Gute, wenn auch zurückhaltende Keyboards, veredelt durch ein kurzes und feines Gitarren-Solo, machen dann den Weg frei für „Surrender“. Dieser Titel ist ein Paradebeispiel für die Antwort auf die Frage, welchen Musikstil die Band pflegt. Das Stück kracht, es wird geschrieen und der Hörer wird richtig gut durchgeschüttelt. Natürlich gibt es auch ruhigere Momente auf dem Silberling. „Oblivion“ ist so ein Fall: Melancholie und zurückhaltende Passagen dominieren den Song. Mit „My Serenity“ wird das volle Gitarrenbrett ausgepackt und der Song erinnert so manches Mal an KYUSS, nicht zuletzt wegen der Stimme am Mikro und dem wirklich gänsehauterzeugenden erzeugenden Gitarrenspiel. Wer meine Rezensionen kennt, weiß, dass ich final immer noch auf die klangliche Qualität der Veröffentlichung komme. Und auch da gibt es nichts auszusetzen. Stimme und Instrumente sind immer präsent und bilden ein homogenes Bild.

Mich persönlich hat diese Veröffentlichung wirklich überrascht. Inhaltlich, musikalisch und auch von der überzeugenden Darbietung am Mikro. Ich weiß ehrlich nicht, ob diese Scheibe den alteingesessenen Fans gefällt. Von Melancholie und „gothic-likem Trauerspiel“ ist hier nicht viel übrig geblieben. Die Texte sind zwar nicht wirklich lebensbejahend, aber das war es auch schon mit der Grabesstimmung. Der Rest rockt locker voran und ist wohl eher ein Fall für Hard Rock Fans und Anhänger melodischen Metals der etwas langsameren Art. Überzeugend!

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

ENTWINE - Weitere Rezensionen

Mehr zu ENTWINE