| Artist | EPOCHATE |
| Title | Chronicles of a Dying Era |
| Homepage | EPOCHATE |
| Label | SUBSOUND RECORDS |
| Leserbewertung |
Der Weltuntergang (oder das Herbeisehnen von eben jenem) ist ja in unserer Branche mittlerweile doch ein gängiges Thema. Das hindert allerdings noch lange niemanden daran, sich eben jener Thematik ein weiteres Mal zu widmen. Diesmal haben sich Noras Blake und Victor Love (bekannt von den DOPE STARS INC.) der Endzeitstimmung zugewendet, in Form des Projekts EPOCHATE. Klingt episch, ist es auch. Zumindest stellenweise.
Eigentlich war „Chronicles Of A Dying Era“ von Noras als instrumentales Projekt gedacht. So verwundert es sicherlich nicht, dass das Album stellenweise an einen Filmsoundtrack erinnert. Aber instrumental blieb es ja nun doch nicht – denn Herr Love hat dem theatralisch inszenierten Gemisch aus Industrial und Metal seine Stimme geliehen. Diese klingt nicht übel und stimmungsvoll dunkel, manchmal etwas nach MARILYN MANSON, aber unterm Strich verschmilzt sie sehr gut mit dem Gesamtsound. Auf der immer währenden Suche einer letzten Katharsis vor dem endgültigen Knall überschlagen sich die beiden Jungs musikalisch schon fast vor lauter bombastischen Effekten. Songs, die ruhig anfangen, enden in einer großen Apokalypse aus elektronischen, klassischen und Metal-Elementen, unterlegt mit Streichern. Das macht die CD zu einer ganz guten, aber auch sehr ambivalenten Sache. Einerseits klingt das Gemisch zwingend und bietet innerhalb der Stücke viel Abwechslung. Andererseits wirkt die CD insgesamt recht gleichförmig. Und was in den ersten Minuten schon halb orgiastisch wirken kann, fühlt sich 45 Minuten und 9 Songs später dann doch etwas abgedroschen an.
Der Grund: „Chronicles of a Dying Era“ wurde „zu perfekt“ gemacht. Hier fehlt es an Ecken, Kanten, Persönlichkeit, Seele – eigentlich an allem, was der Musik ein wahres Eigenleben gibt. Aber dies ist ja das Erstlingswerk der beiden als EPOCHATE. Und auch wenn sie bereits viel Erfahrung haben, ist dieses Projekt nun mal neu. Also vielleicht kommt beim nächsten Album mehr eigener Charme durch. Oder vielleicht auch nicht – Die Welt geht ja schlieslich unter, oder?

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