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ERASURE - Tomorrow‘s World

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Artist ERASURE
Title Tomorrow‘s World
Homepage ERASURE
Label MUTE
Leserbewertung
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4.3/10 (3 Bewertungen)

Da frage ich mich, wo sind die letzten 4 Jahre geblieben, 2007 veröffentlichten ERASURE ihr Vorgänger-Werk „Light At The End Of The World“. Ist das schon wieder so lange her? Mir kommt es nicht mal halb so lang vor. Das liegt vielleicht auch daran, dass die Beiden in der Zwischenzeit mit anderen Projekten immer präsent waren. So gab es direkt nach Erscheinen des letzten Albums eine ausgedehnte Tour und nur ein halbes Jahr darauf reaktivierte Vince Clarke zusammen mit Alison Moyet das in den 80ern erfolgreiche Projekt YAZOO, um einige Gigs, darunter auch zwei in Deutschland, zu spielen. Desweiteren arbeitete er zusammen mit seinem ehemaligen Kollegen von DEPECHE MODE, Martin Gore, an einem Techno-Stück. Und kurz vor der Veröffentlichung von „Tomorrow‘s World“ platzierte DICK BRAVE die coole Rockabilly-Coverversion „Just Can`t Get Enough“ aus Clarkes Feder und den Anfangstagen von DM wieder in den Charts. Auch Andy Bell war derweil nicht untätig. So erschien im letzten Jahr sein zweites Soloalbum „Non-stop“.

Für die Produktion des mittlerweile 14. Longplayers holte sich das Duo Vincent „Frankmusik“ Frank ins Boot, der im gleichen Jahr geboren wurde, in dem sich ERASURE firmierten. Vince und Andy wollten eine Frischzellenkur für ihre Songs, denn Frank arbeitete in letzter Zeit mit LADY GAGA (mag ich nicht), ELLIE GOULDING (mag ich) und den PET SHOP BOYS (mag ich auch) zusammen. Da liegt meine ganze Hoffnung, dass das Soundergebnis dann doch nicht primär in Richtung der Amerikanerin geht. Um es vorweg zu nehmen, es klingt immer noch nach ERASURE, nur braucht es einige Zeit und unzählige Durchläufe, bis die Songs im Gehörgang hängenbleiben. Die synthetischen Klänge des Duos haben sich der Zeit angepasst, und man sucht beim ersten Hören vergebens nach Hits vom Kaliber „Sometimes“, „Always“ oder „A Little Respect“. Es dauert ein Weilchen, bis ich meine Favoriten wie „A Whole Lotta Love Run Riot“, „I Lose Myself“ und „Then I Go Twisting“ ausgemacht habe – Discogestampfe wie in den guten alten Zeiten. Auch kommen die Balladen, in denen Andy all seine Gefühle in die Stimme legt, nicht zu kurz. Was jetzt, die Scheibe endet nach nur knapp 32 Minuten?! Nun gut, die anderen Alben – bis auf das selbstbetitelte Werk, da wurde das komplette Platzangebot des Tonträgers ausgenutzt – waren auch nur unwesentlich länger als 40 Minuten. Das geht in der heutigen Zeit gar nicht. Auf Vinyl hätte jede Seite nur 16 Minuten! Der Fan wird dann gleich auf die 2 CD Deluxe Edition mit Remixen und Demoversionen zurückgreifen müssen.

„Tomorrow`s World“ knüpft in Punkto Discotauglichkeit nahtlos an den Vorgänger an. Textlich allerdings ist „Light At The End Of The World“ meiner Meinung nach tiefgründiger und auch persönlicher, da reicht das neueste Album nicht ganz ran. Großes Manko ist die oben schon angesprochene viel zu kurze Spielzeit. Da mir zum Rezensieren „nur“ das eigentliche Album vorlag, werde ich mich noch um die Deluxe Edition bemühen, weil dort u.a. Gareth Jones – produzierte einige Alben von DM und ERASURE – zwei Songs bearbeitet hat.

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