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ERIC WOOLFSON - Edgar Allan Poe

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Artist ERIC WOOLFSON
Title Edgar Allan Poe
Homepage ERIC WOOLFSON
Label LIMELIGHT RECORDS/ WOOLF SONGS LTD.
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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10.0/10 (3 Bewertungen)

Passend zum 200. Geburtstag des Schriftstellers Edgar Allan Poe fand am 29. August die Weltpremiere des Rockmusicals „Edgar Allan Poe“ in Halle statt. Genauso passend gibt es dazu natürlich eine CD dieses Musicals, welche im Studio aufgenommen wurde. Der Schöpfer dieses melodischen Musikwerkes ist kein geringerer als Eric Woolfson, Gründer des ALAN PARSONS PROJECT („Don´t Answer Me“, „Eye In The Sky“) und Songwriter u.a. für THE TREMELOES, MARMELADE und MARIANNE FAITHFULL. Die Grundlagen dieses Musicals wurden bereits vor über dreißig Jahren gelegt, als die „Tales of Mystery and Imagination“ entstanden, die nach einer Fortsetzung schrieen. Da es sich bei dem Album um eine Studioaufnahme handelt, die mit Live-Mitschnitten abgemischt wurde, wurde waches Augenmerk auf die darbietenden und vortragenden Künstler gelegt. Vielen von ihnen waren die Abbey Road Studios allerdings nicht mehr so unbekannt und so beteiligten sich Musiker, die bereits mit STING, PET SHOP BOYS, VAN MORRISON, MIKE OLDFIELD und vielen, vielen anderen musizierten. Neben dem vierzigköpfigen Orchester wurden die Sängerinnen und Sänger von einem 80 Personen starken Chor begleitet. Ein Sänger, der immer wieder heraus ragt und an insgesamt acht Songs auf diesem Album beteiligt, ist Steve Balsamo, Star aus Andrew Lloyd Webbers Musical „Jesus Christ Superstar“.

Das Musical verarbeitet nicht nur die Gruselgeschichten des amerikanischen Schriftstellers, sondern auch sein Leben und sein Wirken, welches nicht (viel) weniger gruselig war. Seine Mutter, eine gefeierte Schauspielerin, stirbt in seinen Armen, als er drei Jahre alt ist. Seine junge Frau stirbt mit 24. Das Verhältnis zu seinem Gegenspieler Rufus Griswold, dem frühen Kritikerpapst der amerikanischen Literaturszene, ist von zersetzender Hassliebe geprägt, und nach 26 Jahren trifft Poe seine einstige Jugendliebe wieder, verliebt sich erneut in Elmira, die beiden wollen heiraten – da kommt der Dichter auf geheimnisvoll-düstere Weise ums Leben, was weiteren Stoff für die Legendenbildung liefert…

Die 17 Tracks bieten ein insgesamt weites Repertoire an musikalischen Stilen und Richtungen. Nicht jeder Song ist hitverdächtig. Darauf kommt es auch nicht an, denn es soll mit ihnen eine Geschichte transportiert werden, wodurch die Rhythmen der einzelnen Lieder den Episoden entsprechen, die sie erzählen. So ist nicht nur der ausschließlich instrumentale Einstieg, der sowohl von spanischen Klängen einer Akustikgitarre als auch den Spritzern einer E-Gitarre wie ein Uhrwerk läuft, als ein sanfter Track einzuordnen. Neben der Aggressivität im Verlagswesen hat die Geschichte auch sehr viel mit Liebe zu tun, weshalb häufig sanfte Klänge zu hören sind. Das sind nicht nur das Schlaflied von E. A. Poes Mutter („Tiny Star“) oder die Duette mit seiner Jugendliebe („Blinded By The Light“, „Let The Sun Shine On Me“) sondern auch der finale Song „Immortal“, einer Rockballade, bei der die starke Stimme Balsamos die Gedanken auf andere Wege lenkt. Der kraftvolle und rockige Groove, bei dem der Körper ins Schwingen gerät, wird meist vom orchestralen Arrangement und den vielstimmigen Chören hervorgerufen in Episoden, in denen sich Poe mit seinen Geschichten oder seinem Kritikergegner auseinandersetzt („Wings Of Eagles“, „The Murders In The Rue Morgue“, „The Pit And The Pendulum“, „The Bells“). Als Bösewicht mit einer lauten Stimme und oft auch Sprechgesang taucht immer wieder Poes Gegner auf. Den Musikstil seiner Lieder würde man eher als ein klassisches Musical à la „Kiss Me Kate“ bezeichnen („The Raven“, „It Doesn´t Take A Genius“, „Trust Me“). Ebenso in diese klassische Schiene passt ein Walzer, in welchem Poes Cousine und Ehefrau Virginia ihren Freundinnen Einblick in ihr Seelenleben gewährt („The Devil I Know“). Ganz anders dann wieder kraftvolle Klänge mit einem starken Einfluss von Country und Gospel, wobei auch Instrumente wie Banjo, Fiedel und Flöte zum Einsatz kommen („Goodbye To All That“) und die Geräusche einer fahrenden Eisenbahn sowohl mit Instrumenten als auch mit Chor eingebracht werden („Train To Freedom“). Die Trauer um den frühen Tod seiner jungen Frau hingegen bestreitet Poe mit einer zum Träumen geeigneten Ballade, die von den Klängen einer E-Gitarre getrieben wird („Somewhere In The Audiance“).

Wer nach dem Soundcheck per CD Lust hat, sich das Musical auf der Bühne anzuschauen und dem amourösen, abenteuerlichen und gruseligen Treiben live zu folgen, der hat noch bis Juni 2010 die Gelegenheit, die Oper Halle zu besuchen. Nach meinen Höreindrucken kann ich eine Reise nach Sachsen-Anhalt nur empfehlen.

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