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ERRA - s/t

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Artist ERRA
Title s/t
Homepage ERRA
Label UNFD
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Wenn Bands ein selbstbetiteltes Album veröffentlichen, ist es häufig auch ihr erstes. Nicht so bei ERRA, 2009 gegründet und in Birmingham, Alabama zuhause. Die Prog-Metaller bringen heuer bereits ihren fünften Longplayer in die Plattenläden, haben sich jedoch für die Selbstbetitelung entschieden, weil ihnen dies hinsichtlich der behandelten Themen Selbstreflexion und Konfrontation passend erschien. Überhaupt kümmert sich der Fünfer um echte Brocken in seinen zwölf Songs: Depressionen, Ängste und Verzweiflung; so nehmen ERRA ihre Hörer beispielsweise auf eine fast außerkörperliche Reise in den berühmten japanischen Suicide Forest Aokigahara mit.

Wie nicht anders zu erwarten, wurden die Musiker von eigenen, negativen Erfahrungen zu ihren Liedern inspiriert. So eröffnen sie den düster-mitreißenden Reigen mit einem eindringlichen Bild des Grauens, das der hochenergetische Opener „Snowblood“ zeichnet. „Gungrave“ übernimmt mit blitzschnellen Schlagzeug- und Gitarren-Salven sowie einem an LINKIN PARK erinnernden Zwiegesang zwischen Jesse Cash und J.T. Cavey. In ähnlicher Weise schließt sich auch „Divisionary“ an, das verstörende Parallelen zwischen Technologie und Religion zieht. Mit viel Schmackes setzt das psychedelische „House of Glass“ die verstörende Reise quer durch Selbstverletzung, den Eifer und die Versöhnung mit dem Verlust einer aufgegebenen Ideologie fort. Wie gut Gesang und Instrumente harmonieren, unterstreichen die abwechslungsreichen Nummern „Shadow Autonomous“ und „Electric Twilight“. Beim nachfolgenden „Scorpion Hymn“ überrascht das gelungene Zusammenspiel zwischen dem Synthesizer und der hartmetallischen Instrumentalfraktion, bevor „Lunar Halo“ und Vanish Canvas“ progressive Elemente in den Fokus rücken. Wer beim letztgenannten Track an PERIPHERY denkt, fühlt sich beim dunklen „Eidolon“ möglicherweise an die Kollegen von AUGUST BURNS RED erinnert. Mit „Remnant“ lassen es die Amis noch mal ordentlich krachen und das finale „Memory Fiction“ ist beseelt von Cashs Lieblingszitat des US-amerikanischen Autors Cormac McCarthy: „Er dachte, jede Erinnerung, die zurückgerufen wird, muss ihren Ursprüngen Gewalt antun. Wie bei einem Partyspiel. Sag die Worte und gib sie weiter. Also sei sparsam. Was du im Erinnern veränderst, hat schon eine Realität, ob Du es weißt oder nicht.“.

Allen Songs ist eine erdrückende Schwere inne, die gepaart ist mit einer erhabenen Musikalität, meditativer Weite, trippiger Beinahe-Psychedelik und eindringlichen Hooks. Es gibt jede Menge Breakdowns auf „Erra“, und mindestens ebenso viele große Melodien und monumentale Riffs – schlicht: imposante Prog-Metal-Klanglandschaften, bei denen auch die DEFTONES und TOOL, NINE INCH NAILS, CIRCA SURVIVE und SAOSIN als gekonnte stilistische Duftmarken implementiert sind. Gleichwohl machen ERRA ihr ganz eigenes Ding und das ziemlich gut!

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