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ESCHENBACH - s/t

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Artist ESCHENBACH
Title s/t
Homepage ESCHENBACH
Label 3R ENTERTAINMENT
Leserbewertung
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5.9/10 (7 Bewertungen)

Nur wenige Bands sind in der Lage, schon vor einem Debütalbum allein durch ihre Vita Begehrlichkeiten zu wecken. ESCHENBACH sind so ein prominenter Fall. In Kürze: Jetzt-Namensgeber Phillip Eschenbach und Ben „Uschi“ Tewaag formierten 2005 zunächst ULTIMA RATIO REGIS, die sich prompt im Vorprogramm von DOG EAT DOG sowie PRO-PAIN positionieren konnten. Aufgrund der medial ja in epischer Breite aufbereiteten Eskapaden des damaligen Frontmanns musste dieser hinter schwedische Gardinen und somit weichen. Da sich inzwischen aber Ex-Onkel Stephan Weidner alias DER W der Combo quasi als Mentor angenommen hatte, blieb man am Ball und disponierte um. Es reifte der dann auch in die Tat umgesetzte Plan, den Platz hinter dem Mikro mit unterschiedlichen Gästen zu besetzen (sogar Kevin Russell war kurzzeitig im Gespräch), bevor mit Riitchy Schwarz zudem doch noch ein neuer hauptamtlicher Sänger für zumindest einen Teil der Kompositionen gefunden wurde. Da gerät es schon fast zu Nebensache, dass mit dem Bielefelder Nils Berger (Drum Show Artist und nebenbei Weltrekordhalter im Dauerschlagzeugspielen) auch ein exquisiter Drummer mit an Bord ist.

Unterm Strich zählen aber nur Resultate, auch wenn der Umstand, dass ESCHENBACH irgendwie das Ziehkind von Stephan Weidner geworden ist (der dabei geholfen hat zu texten, zahlreiche Vocalparts übernommen, mitkomponiert sowie das Album produziert hat und wohl auch die treibende Kraft in Krisenzeiten war), für nicht wenige allein bereits zum Kaufentschluss reichen dürfte. Trotz dieses „Sponsorings“ gibt es dennoch einen nicht zu vernachlässigenden Unterschied zwischen ESCHENBACH und seinen eigenen Arbeiten: Es ist noch nicht alles Gold was glänzt. „Eschenbach“ ist zwar beileibe keine schlechte Scheibe, aber eben ein Werk mit sowohl Licht als auch kleineren Grauschleiern, da im Zusammenspiel der Kräfte nicht nur Songs entstanden sind, die bestens funktionieren, sondern auch einige, die über das Prädikat „nur guter Durchschnitt“ nicht hinaus kommen. In den Gefilden des Deutsch-Rock – wenig überraschend oftmals in recht typischer W-Manier – vereinnahmt das Trio Eschenbach – Schwarz – Berger einerseits Street Attitüde und zum anderen partiell eine gewisse Schwermütigkeit. Besonders gelungen erscheinen die Melodic Rocker „Allein“ und „Halt aus“ (einer von zwei komplett von Weidner intonierten Titeln), die rotzige Groove-Nummer „Russisch Roulette“ (ebenso wie „Warum nur?“ noch als Tewaag-Original, der so für seine früheren Dienste bedacht wurde), die von ihren direkten Lyrics in Verbindung mit der dreckigen Stimme lebt, sowie die beiden hymnischen Rockballaden „Reise zur Sonne“ und „Blick in den Spiegel“.

Die illustre Gästeschar wird noch durch die beiden Rock´n´Roll Ladies Nina C. Alice (SKEW SISKIN) und Yen (Gesang auf „Frag Dich selbst“) ergänzt, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Während Nina mit ihrer unglaublich rauen Stimme „Bist Du Deutschland?“ besingt, erinnert Yen eher an Mieze von MIA. Einen Mangel an Abwechslung kann man also sicher nicht beklagen, gleichwohl mag dem einen oder anderen die nötige Balance vielleicht gerade deshalb abgehen, denn zu viele Köche verderben bekanntlich schon mal den Brei. Aufgrund der letztlich aber doch zahlreichen positiven Momente in den 14 Stücken können gerade Fans des besagten ONKELZ/ DER W Umfeldes hier nicht viel falsch machen. Für die Zukunft sollten die Jungs aber wohl zusehen, dass der sich aufdrängende Projektcharakter sich noch weiter in Richtung fester Bandstrukturen manifestiert.

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