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ESTRANGE - Interim

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Artist ESTRANGE
Title Interim
Homepage ESTRANGE
Label LIFE IS PAINFUL RECORDS
Leserbewertung
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7.0/10 (2 Bewertungen)

Vor zehn Jahren haben ESTRANGE ihr Debüt-Album “A Beginning“ veröffentlicht. Damals bestand die schwedische Band noch aus dem Duo Anders Persson und Marcus Lilja – eine Dekade später ist ESTRANGE zu einem Ein-Mann-Projekt geschrumpft und präsentiert nach langer Schaffenspause den zweiten Longplayer „Interim“.

So ganz hat sich Anders Persson allerdings noch nicht von ESTRANGE verabschiedet, im Studio hat er an der Scheibe auch mitgearbeitet und teilweise die Synthesizer programmiert. So auch bei „Convictions“, das stilistisch irgendwo zwischen OMD und TEARS FOR FEARS angesiedelt ist. Guter Einstand mit flottem Sound. Deutlich getragener kommt „Smoother“ daher und präsentiert sich ganz im 80er-Synthie-Pop-Balladen-Gewand. Balladesk bleibt es auch mit „Locked“, überhaupt ist „Interim“ eher schwermütig, aber gibt es außer Wickie überhaupt fröhliche Skandinavier? Bei „Run“ beginnt der wenig abwechslungsreiche Sound in Verbindung mit Marcus etwas aufdringlicher Stimme zu langweilen, glücklicherweise kommt dann aber wieder etwas Fahrt in die Sache. Die Platte krankt insgesamt etwas an Unentschlossenheit. Die Stücke beginnen durchaus vielversprechend, verlieren sich dann allerdings im Nichts, weil der rechte Drive fehlt. „What Mattered Once Before“ hat gute Ansätze, aber der letzte Kick stellt sich nicht ein. Ein Song wie „Colour“, taugt als Hintergrundgeplätscher in irgendeiner In-Bar, „Down Here“ ist ein wenig abwechslungsreicher, aber dafür strengt das nervöse„The Withdrawal“ doch wieder an. In diesem Sinne schließen sich dann auch „Anything Else“ und „Safe From Harm“ an. „Slide“ bleibt ebenso wie „Consolation Song“ ideenlos und dümpelt vor sich hin.

Für eine gute EP hätte das Material gereicht, so wirkt „Interim“ allerdings etwas bemüht und spätestens nach der Hälfte setzt beim Hören eine gewisse Ungeduld ein, ob wohl noch mit einer musikalischen Wendung zu rechnen ist. Scheint fast so, als wäre Herrn Lilja nach einem ordentlichen Start die Luft ausgegangen, so dass das Album nur noch fertig geschludert wurde.

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