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EVANESCENCE - Anywhere but home (CD/ DVD)

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Artist EVANESCENCE
Title Anywhere but home (CD/ DVD)
Homepage EVANESCENCE
Label SONY MUSIC
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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Müssen wir uns Sorgen um EVANESCENCE machen? Im direkten Vergleich mit LINKIN PARK (mit denen sie natürlich nicht verglichen werden wollen), welche in kürzester Zeit zwei Studio-, zwei Remix- und ein Livealbum veröffentlichten, nimmt sich die Bilanz bei den selbsterklärten Nicht-Gothic-, Nicht-Jesus-, Nicht-Nu Metal-Rockern zwar allemal übersichtlich aus. Wenn man zumindest von dem um die Band wuchernden Dickicht aus „Fallen“-Seitentrieben absieht, der bereits einen Tributsampler, eine komplette Neueinspielung und eine Version für ein Streichquartett (!) beinhaltet. Der kommerzielle Ausverkauf findet hier also eher nicht statt.

Doch scheint das Publikum schon jetzt nicht mehr mitziehen zu mögen. In den amerikanischen Charts erreichte „Anywhere but home“ die Höchstnotierung von Platz 39 – das ist selbst unter Berücksichtigung der weltkonjunkturellen Lage und dem generell niedrigeren Interesse für eine Livescheibe ein dürftiges Ergebnis. Man mag nun einwenden, die Hitparade sei auch nicht alles und wohl kaum der einzige angemessene Erfolgsindikator, doch hilft ein gutgemeinter Verweis auf die Qualität der Musik hier leidlich wenig – denn die ist noch bei weitem gräuslicher. „Fallen“ wird fast in seiner Gesamtheit dargeboten, ohne Überraschungen, ohne neue Ideen, ohne Spielwitz. Schlimmer als die Eindimensionalität des Vortrags jedoch ist der inakzeptable Sound. Nicht jeder muss und kann wie DREAM THEATER klingen, doch wenn sich erst nach wiederholtem Hören aus dem Klangbrei Melodien und Harmonien zu schälen beginnen, fragt man sich doch, ob man die hartverdienten Dollars statt in Heineken lieber in eine ordentliche Produktion oder einen guten Tontechniker investiert hätte. Amy Lees Bühnenpräsenz und ihr energievoller, engagierter Einsatz retten immerhin einiges und wer sich selbst einen Gefallen tun will, wirft die beigelegte Audio-CD umgehend in den Mülleimer und widmet sich ausschließlich der DVD. Denn obwohl die blitzschnellen Schnitte und unentwegten visuellen Effekte eher einen einstündigen Videoclip denn ein stimmungsvolles Konzert suggerieren, werden erst durch die Kombination aus Bild und Ton die Details sichtbar. Wie Lee sich in ihre Eigenkomposition „Breathe no More“ (mit überraschendem Country-Einschlag) hineinsteigert zum Beispiel oder wie kraftvoll der Übergang zwischen dem Pianointro zu „Bring me to life“ und dem Bandeinsatz gelingt. Doch kommt nur selten so etwas wie Stimmung auf. Was sicherlich auch daran liegt, dass die hier auf der Bühne versammelte Besetzung rein gar nichts mehr mit den Musikern zu tun hat, die den Songs ursprünglich im Studio Leben einhauchten: Rocky Grays tätowierter Stiernacken ist präsenter als sein plumpes Drumming und die versammelte Gitarrenfront aus John LeCompt und Terry Balsamo kommt nicht mal ansatzweise an die intelligenten und schlanken Riffs von Ben Moody heran. Streicher, Loops und Synthies entspringen gleich ganz dem MiniDisc Recorder. Dass die vier Videoclips mitgeliefert wurden, ist nett, doch über das betrübliche Bonusmaterial breiten wir lieber den Mantel des Schweigens: Dass diese Ansammlung uneditierter, pubertärer und komplett überflüssiger Bilder den Protagonisten nicht hochnotpeinlich war, sagt genug. Begeisterung kommt nur bei dem neuen Studiotrack „Missing“ auf, doch da war Moody ja noch als Songwriter mit dabei.

Im WOM Magazin beschwerte sich eine Leserin (geschätztes Alter: 12) darüber, dass die Band doch nur ein „lächerliches Mainstreamprodukt“ sei, das „mit der Übernahme von simplem Text, Themen und Outfit-Klischees allenfalls Möchtegern-Grufties im Teeniealter“ beeindrucke. Spätestens wenn man ihr nach dem Betrachten von „Anywhere but home“ nicht völlig widersprechen kann, weiß man, dass es Zeit ist, sich um EVANESCENCE Sorgen zu machen.

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