Band Filter

EVELINE - Waking up before Dawn

VN:F [1.9.22_1171]
Artist EVELINE
Title Waking up before Dawn
Homepage EVELINE
Label SOPOT RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Ist es nur ein Klischee oder machen italienische Musiker hauptsächlich Schmeichelmusik? Eros Ramazotti lässt Schwiegermütterherzen schmelzen, Nek macht sich gar an deren Töchter ran und jetzt wollen sie auch noch uns Männern an die Wäsche? Na ja, Wäsche eher nicht. Aber sie greifen uns da an, wo es wehtut. Bei unserem Musikgeschmack. EVELINE stammen aus Italien, sind „aber“ eine nur aus Männern bestehende Postrockband. Postrock ist nun mal ein dehnbarer Begriff, aber in diesem Fall steht Postrock eindeutig im Zusammenhang mit solch großartigen Bands wie PINK FLOYD. Mit „Waking up before Dawn“ versuchen die Italiener in die Fußstapfen dieser Band zu treten, was sich aber im Laufe des Albums als Versuch einer Ameise entpuppt, Bigfoot ans Bein zu pinkeln.

EVELINE fehlen die großartigen, orchestralen Momente ihrer Vorbilder. EVELINE agieren eher im verborgenen, dort sind sie modernen „Bands“ wie RADIOHEAD oder NORTHERN LITE nahe. „The Head and the River“ zum Beispiel schleppt sein tonnenschweres Piano den Berg hinauf, oben rumpelt die Herzkammer wie verrückt in den schrägsten Tönen und über allem liegt der grausame, düstere Nebel des melancholischen Gesangs. Momente, in denen man dem Album anmerkt, dass es gerne großartig dramatisch wäre, im eigenen Anspruch aber stecken bleibt. Was „Waking up before Dawn“ nicht guttut. Mit seinen disharmonischen, arhythmischen Soundeffekten wird das Werk schnell kopflastig, da kommen so unbeschwerte Momente wie in der sanften Ballade „The big m. is tryin’ to take us down“ leider viel zu kurz. So schlängelt sich die Scheibe mit der gespaltenen Zunge einer Schlange durch die „Dreams of Winter“, mit der Akustikgitarre als steten Begleiter und schleppender Rhythmik im Gepäck.

Es sind so einige Kritikpunkte, welche „Waking up before dawn“ (im Gegensatz zur Vorgängerscheibe) davon abhalten, öfters im CD-Player zu rotieren. Da wäre der verhaltene, zurückhaltende Gesang, welcher die eh nicht vorhandene Dynamik der Titel zu Grabe trägt. Zu den harmonischen Gitarren gesellt sich allzu oft die Experimentalsektion mit ihren disharmonischen Akkorden, was auch keinen Hörgenuss aufkommen lässt. Letztendlich können die Männer doch wieder froh sein, daß die italienischen Musiker vornehmlich die Frauen angraben. Mit PINK FLOYD jedoch haben sie nix am Hut.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

EVELINE - Weitere Rezensionen

Mehr zu EVELINE