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EVEN VAST - Teach me how to bleed

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Artist EVEN VAST
Title Teach me how to bleed
Homepage EVEN VAST
Label MY KINGDOM MUSIC
Leserbewertung
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8.0/10 (3 Bewertungen)

Nicht genug, dass unser Land vom italienischen Fernsehen während der Fußball WM als voller Schlägertypen entlarvt wurde und somit unser wichtigster Mann im direkten Duell (Thorsten Frings) fehlte, nein, jetzt bekommen wir auch noch mit EVEN VAST einen frischen italienischen Export, welcher sich nicht, ähnlich wie Eisdielen oder Restaurants, als Exportschlager herausstellen wird.

Die Produktion von „Teach me how to bleed“ (Hammer Name!) bleibt schon mal weitgehend hinter den Erwartungen geneigter Homestudiobesitzer zurück, was natürlich den Independent Status der Band glaubhaft reflektiert. Referenzen und Bezüge wie THE GATHERING oder WITHIN TEMPTATION werden dem unbescholtenen Hörer heraufbeschworen, so dass man tatsächlich meint, diese Momente im Opener “Infected“ zu erhaschen. Auch der darauf folgende Titel „Away“ schmeichelt mit netter NEW ORDER/ THE MISSION/ THE CURE–Gitarre, um die Szene auf der richtigen Seite zu akquirieren. Atmosphären aus gelangweilt spielenden Keys, mit einem grauenhaften Schlagzeug in Sound und Spielweise, wissen allerdings zu belästigen. Leider bleibt es nicht bei diesem einen Ausrutscher, es wird fröhlich weiter Endzeitstimmung demonstriert. Antonietta Scilipoti, Sängerin des Vieres, singt dabei unbeschreiblich temperamentfrei, dass jegliche Attitüde gegen Null tendiert, so gehört in „Limelight“. Die Frau hat so unglaublich viel Effekt in ihrer Stimme (und das in jedem Song), was die Schlussfolgerung nahe legt, auch gelungene Momente drei Sekunden nach alveolarem Ausstoß zu bewahren und sie im allgemeinen Soundgemenge vom synthetischen Basedrum verschlucken zu lassen. Wer jetzt denkt, schlechter geht’s nicht, wird Lügen gestraft. Es wird gecovert… „Love will tear us apart“ (natürlich JOY DIVISION). Ich will es mal freundlich formulieren, hätte sich der Sänger von JD damals nicht umgebracht… aber lassen wir das.

So geht das immer und immer weiter, völlig stil- und orientierungslos und leider auch mal wirklich unfreiwillig komisch. Wenn denn jemand diese Platte produziert hat, so muss dieser auf Speed mit Tools gearbeitet haben, ohne vorher mal das Manual zu lesen, was eindrucksfrei die Stücke „About you“ oder auch „Misbecoming“ widerspiegeln. Es gibt durchaus Bands dieser Tage, die über alle Maßen überzeugen können, EVEN VAST gehören nicht dazu. Vom Bandfoto bis hin zum Tonmaterial ist dies ein Beispiel für Unvermögen. Für mich bislang einer der Tiefpunkte im Jahr 2007.

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