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EVENING HYMNS - Spectral Dusk

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Artist EVENING HYMNS
Title Spectral Dusk
Homepage EVENING HYMNS
Label STRANGE WAYS
Leserbewertung
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Folk Rock erfreut sich dieser Tage durchaus einer immer größeren Beliebtheit. Man denke nur an BON IVER oder die FLEET FOXES. Wo könnte diese Musik besser beheimatet sein, als irgendwo in den kanadischen Wäldern? Das dachte sich wohl auch Jonas Bonetta, der Kopf hinter dem losen Musiker-Kollektiv namens EVENING HYMNS und fuhr für die zweite Platte „Spectral Dusk“ mitsamt diverser Mitglieder von Bands wie THE WOODEN SKY, TIMBER TIMBRE oder auch CITY & COLOUR im vergangenen Winter in eine Blockhütte mitten in den Wäldern Ontarios.

Im Nirgendwo haben die Beteiligten dann offenkundig die notwendige innere Einkehr und Ruhe gefunden, die man auf den elf Songs von „Spectral Dusk“ zu hören bekommt, wenn das geradezu weiße Rauschen, das den Silberling in den ersten zwei Minuten des Intros erfüllt, verklungen ist. Was sich anschließt, hat wahrlich hymnische Qualitäten und nimmt den Hörer umgehend gefangen. So geschehen beim stampfenden Sound von „Arrows“, das zerbrechlich und mit gemischtgeschlechtlichem Zwiegesang aufwartet, ehe der „Family Tree“ verwunschen schön um Aufmerksamkeit buhlt. Die EVENINGS HYMNS nehmen sich Zeit, auch bei „You And Jake“ wird zu reduzierten Gitarrenakkorden nichts überstürzt, bevor „Cabin In The Burn“ mit krachenden Heartbeat-Rhythmen in Slow Motion eine unglaubliche Intensität verströmt. Das melancholische „Asleep In The Pews“ beginnt mit einer Kirchenorgel, die alsbald zugunsten einer Wanderklampfe in den Hintergrund tritt, aber auch beim folgenden „Spirit In The Sky“ als grummelnder Unterton noch vertreten zu sein scheint. Hinzu gesellen sich eine Slide Guitar, wummernde Drums und viel Gefühl und schon hat’s den nächsten Ausnahmesong. Die „Irving Lake Access Road“ kann nur durch eine in Nebeln verhüllte Landschaft führen. Eine Landschaft mit vielen Unwägbarkeiten, denen man am besten im gemäßigtem Tempo und mit voller Konzentration begegnet und die ihre musikalische Entsprechung in allerlei Streichern gefunden hat, wohingegen „Song To Sleep To“ nach so viel Anspannung entspannt los lässt und wirklich ein schönes Schlaflied abgibt. Beim „Moon River“ ist ein weiteres Mal die Slide Guitar gefragt, die dem Stück ein wenig Country-Flair verleiht, um am Ende mit dem Titelsong „Spectral Dusk“ noch einmal alle Register zu ziehen.

Jonas Bonetta hat in seinem zweiten EVENING-HYMNS-Album auch den Tod seines Vaters verarbeitet. Kein leichtes Thema, aber das sollte es auch gar nicht sein. Vielmehr sagt er über seinen Antrieb: „Musik zu machen, ist für mich eine stetige Suche nach Aufrichtigkeit. Ich habe keine Geduld mit Musik, bei der ich den Eindruck habe, dass sie nicht aus einem absolut glaubhaften Ursprung entstanden ist. Pure Ehrlichkeit ist mir das Wichtigste.“. Ich würde mal sagen, alles richtig gemacht und dass trotz des eher traurigen Anlasses ein optimistisches Grundgefühl zu hören ist, spricht für die ebenso positive wie berührende Wirkung von „Spectral Dusk“.

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