Band Filter

EVERGREY - The Inner Circle

VN:F [1.9.22_1171]
Artist EVERGREY
Title The Inner Circle
Homepage EVERGREY
Label INSIDE OUT
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.0/10 (1 Bewertungen)

Mit ihrem 5. Album legten die schwedischen Düster Proggies EVERGREY ein absolutes Jahrhundertwerk vor, welches in dem Bereich seinesgleichen sucht! Zum ersten Mal wurde mit dem sehr jungen Jonas Ekdahl ein neuer Schlagzeuger vorgestellt. Wer den allerdings schon live bewundern durfte, wundert sich über sein famoses Spiel auf dieser Scheibe überhaupt nicht mehr. „The Animal“ ist nichts dagegen! Desweiteren co-produzierte er die Platte gleich mal, und das bei einem alten Hasen und einzigartigen Musikus wie Tom S. Englund! Der produzierte das Werk diesmal nur mit Hilfe von Gitarrist Henrik Danhage, zum ersten Mal in der Bandgeschichte also ohne das Mitwirken von Andy LaRocque. Macht aber nix, denn der Sound ist absolut perfekt geraten, trotz aller Spielereien, Chöre und Orchester.

Gleich der Über-Opener „A Touch of Blessing“ lässt einen nach bedächtigem Beginn nicht mehr los und zählt nach wie vor zu den Highlights einer jeden EVERGREY-Show. Weshalb das packende, aggressive und brettharte „Ambassador“ nicht dazuzählt, ist mir ein Rätsel, verbindet der Track doch auf perfekte Weise metallische Härte und progressive Verspieltheit. Mit dem sehr schnellen Doublebass-Treter „In the Wake of the Weary“ fährt man auch wieder vermehrt geile Backings (vor allem Toms Frau Carina glänzt mal wieder und „darf“ endlich mal öfter zum Einsatz kommen als auf den bisherigen Scheiben) und einfach großartige Chöre und Refrains auf. Ganz groß angelegt tönt „Harmless Wishes“ aus den Boxen, SO hat sich eine Verbindung von Prog Metal und Orchester anzuhören, perfekter kann diese Symbiose nicht gelingen. Natürlich dürfen auch die ruhigeren Töne nicht zu kurz kommen, und mit dem akustischen „Waking Up Blind“ beweisen EVERGREY erneut ihr ganz großes Gespür für feinste Melodien, die auch ohne fette Instrumentierung einzigartig ist. Tom zeigt auf diesem Track, welch feinen und gefühlvollen Gesang er an den Tag legen kann, ein Umstand, der gerade bei den ganz speziellen Akustikshows zum Tragen kommt.

Diese Combo funktioniert einfach in beiden Sektoren traumwandlerisch. Mit dem schwer riffenden „More than Ever“ werden gleich wieder metallischere Zeiten eingeläutet, und auch hier lässt einen der äußerst melodische Refrain in andere Sphären entgleiten, wohingegen das Gitarrenduo die Matten kreisen lässt. In der Mitte des Tracks erlaubt man sich gar einen lupenreinen DREAM THEATER-Part… und lässt jene Herren mal locker ganz alt aussehen! Auch das feine Doppelläufige Solo von Tom und Henrik zeugt von höchstem Musikverständnis. Nicht zu vergessen sind dabei die pumpenden Bassläufe von Michael Hakansson und das banddienliche Spiel von Keyboarder Rikard Zander, der die Scheibe ebenfalls mitproduziert hat. Auch die seit Beginn der Band immer wieder in einzelnen Songs eingestreuten Sample-Sequenzen passen in „The Essence of Conviction“ erneut wie Arsch auf Eimer, ansonsten ein sehr bombastisch angelegter Track. In „Where all Good Sleep“ nimmt man die Instrumentierung wieder ein wenig zurück, ohne jedoch auf eine große Melodie und bombastische Chöre zu verzichten. „Faith Restored“ ist dann wieder der akustischen Seite gewidmet und einfach der perfekte Track für eine Kerzenscheinattacke auf die Herzensdame. Das abschließende Instrumental „When the Walls go Down“ beginnt düster-bedächtig und steigert sich dann zu einem dramatisch-ballernden Bombast-Track, der einfach nur beklemmend wirkt. Und das soll er auch bewirken, wie all die perfekt eingespielten Samples zeigen. Lest den sehr interessanten Begleittext von Tom und ihr versteht, was gemeint ist. Ein besseres und passenderes Schlusswort hätte er nicht darunter setzen können: „Do not ever let it be upon another person to decide your fate for you: not even God…“

Der Hauptgrund, sich die Limited Edition zuzulegen, ist natürlich nicht der feine Schuber, sondern die drei in Frankreich mitgeschnittenen Akustiktracks „I’m Sorry“, „Recreation Day“ und „Madness caught another Victim“, die es nur auf dieser Version gibt! Essentiell! Das wirft die Frage nach einem kompletten Akustik-Album auf… Traumhafter kann man ein düsteres Prog Metal-Werk nicht komponieren! PFLICHTKAUF!

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

EVERGREY - Weitere Rezensionen

Mehr zu EVERGREY