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EVERGREY - Torn

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Artist EVERGREY
Title Torn
Homepage EVERGREY
Label STEAMHAMMER/ SPV
Leserbewertung
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8.8/10 (4 Bewertungen)

EVERGREY legen nunmehr bereits ihr siebtes Studioalbum vor. Der erste und vielleicht wichtigste zu erwähnende Punkt wäre wohl, dass die Schweden mit „Torn“ einen kleinen Schritt zurück wagen. Zurück im Sinne von: Man greift nicht die äußerst geradlinigen Kompositionen des Vorgängers „Monday Morning Apocalypse“ auf, sondern fährt lieber wieder auf der altbewährten Schiene irgendwo in der Schnittmenge von „In Search Of Truth“ und „Recreation Day“. Also wenn das nicht all jene wieder versöhnlich stimmen sollte, die bei der letzten Scheibe gemeckert haben, dann weiß ich es auch nicht.

Trotz eben dieses Schritts zurück klingen EVERGREY aber keineswegs angestaubt oder langweilig, im Gegenteil, das Ganze kommt modern und ziemlich druckvoll daher – und kopiert auch nicht blind eben angeführte Alben. Ich für meinen Teil mochte eigentlich auch „MMA“, allerdings geht „Torn“ doch um einiges besser ins Ohr, ohne Monotonie aufkommen zu lassen. Typisch EVERGREYsche Gitarrenläufe, wunderbare Melodien und über allem thront wie gewohnt Tom Englund mit seiner markanten Stimme. Der Anfang von „Fear“ kann schon mal einiges – was da an fetten Riffs rausgehauen wird, ist einfach herrlich (ähnlich stark gestaltet sich beispielsweise auch der Einstieg vom fünften Kracher „In Confidence“), knüpft dieser doch an alte Glanztaten an und geht in einen schön epischen Chorus über. Dieser frisst sich mal so richtig in die Gehörgänge. Die anderen Songs kommen aber keineswegs schlechter weg, man höre sich nur einmal das folgende „When Kingdoms Fall“ an, eher etwas ruhiger gehalten, aber nicht minder eingängig. Die Schweden packen die unterschiedlichsten Stimmungen zusammen auf ein Album, ohne dass es in irgendeiner Weise zerfahren wirken würde, eingängige Passagen hat jedes Lied aufzuweisen und das Gesamtpaket stimmt einfach. Jeden Titel einzeln auseinander zu nehmen, würde sowieso zu weit führen, wozu auch, wenn eigentlich von den ersten Tönen an klar ist, wohin die Reise geht?! Wer nach dem Einstieg mit „Broken Wings“ nicht gebannt vor der Anlage sitzen bleibt, wird es auch später wohl kaum tun. Bei allen anderen wird das Scheibchen ab dann wohl Runde um Runde im Player rotieren.

Lange Rede kurzer Sinn: „Torn“ ist ein Pflichtkauf für Fans und alle, die es werden wollen. Ein Rückschritt ist keineswegs immer negativ zu sehen, sofern er denn mit einer Rückbesinnung auf alte Stärken einhergeht – quod erat demonstrandum.

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