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EVERLAST - White Trash Beautiful

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Artist EVERLAST
Title White Trash Beautiful
Homepage EVERLAST
Label ISLAND/ DEFJAM
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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8.0/10 (4 Bewertungen)

EVERLAST gehört zu den wenigen Kreativen, denen man echtes Crossover-Potenzial attestieren muss. Wie sonst ist es zu erklären, dass der Mann quer durch alle Schichten von Hip Hopper bis Metaller akzeptiert wird? Seitdem der Charakterkopf (der mit bürgerlichem Namen Erik Schrody heißt) HOUSE OF PAIN verließ, hat er sich dem ureigensten amerikanischen Genre verschrieben, dem Blues mit Singer/ Songwriter-Attitüde. Nun kündigt sich ein neues Album an, welches denselben Titel wie vorliegende Single trägt: „White Trash Beautiful“. Welch düstere Poesie allein in dieser 3-Wort-Kreation liegt, da müssen sich DIMMU BORGIR warm anziehen…

In der Tradition der äußerst erfolgreichen Vorgänger „Whitey Ford Sings the Blues“ und „Eat at Whitey’s“ geht es wiederum um die untere amerikanische Mittelschicht: Gute Footballer ohne viel Vorstellungsvermögen von den Problemen der Welt, die mit ihren „All American Blondinen“ verschämt im Wald einen durchziehen. Keine wirklichen Perspektiven, keine wirklichen Leidenschaften, irgendwann besitzt man nicht mal mehr seine Blendadent-Jugend. Und trotz all dem liebt EVERLAST diese Landsleute, vielleicht weil er eigentlich zu ihnen gehört?! Sicher wird er mittlerweile ein paar Dollar zur Seite gelegt haben, aber abends zieht es ihn wahrscheinlich in irgendeine Billardkneipe oder in die Bowlinghalle vom „Big Lebowski“. Und er wird seine Akustikgitarre mitnehmen, die er in klassischer Pose auf der Schulter trägt. Der Titelsong selbst ist simpel und eingängig gestrickt. Ein paar Scratches, Akustikgitarren, die sich zum Refrain hin mit ihren elektrischen Brüdern verdichten und dazu diese verdammt geile Stimme, die monoton melancholisch vom verlorenen amerikanischen Traum erzählt. Sicher hat der Mann schon bessere Stücke geschrieben, dieses hier reicht aber alle mal aus, um die Neugier auf das bald erscheinende Album zu wecken, welches man dann wieder mit heruntergelassenen Fenstern auf der Landstraße konsumieren will. Als Bonus gibt es WTB dann noch als Live-Variante, aufgenommen im Februar 2004 im „Playboy Mansion“ (Eintrittskarten bei Ebay!), woher auch der zweite Albumtrack „This Kind of Lonely“ stammt. Der ist textlich eher noch trauriger ausgefallen und musikalisch keinen Deut schlechter. Dabei fällt auf, dass der Gesang livehaftig etwas tiefer und rauer klingt. Zum Abschluss befindet sich noch das schwarz-weiße Musikvideo mit auf dem Silberling, erzählt wird die unglückliche Liebe eines der oben genannten Parade-Pärchen. Die meisten werden den Kurzfilm schon von den einschlägigen Sendern her kennen.

Eine gelungene Single, wie sollte es anders sein? Allerdings hätte ich mir noch einen Non-Album Track gewünscht und vielleicht einen Tick mehr Abwechslung. Aber wie ich schon feststellen konnte, wächst das Stück gewaltig zum Ohrwürmchen. Also auf ein neues Whitey, dieses mal hast du den Blues…

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