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EVERYTHING EVERYTHING - Arc

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Artist EVERYTHING EVERYTHING
Title Arc
Homepage EVERYTHING EVERYTHING
Label SONY
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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3.8/10 (13 Bewertungen)

Hinter EVERYTHING EVERYTHING stecken vier ehemalige Studenten der Musikwissenschaften aus Manchester, Newcastle und Kent. 2007 haben die Herren Jonathan Higgs (Gesang & Gitarre) und Jeremy Pritchard (Bass) die Kapelle ins Leben gerufen, der außerdem noch Alex Robertshaw (Keys, Gitarre & Gesang) sowie Michael Spearman (Drums & Gesang) angehören. 2010 erschien das Debüt „Man Alive“, das den Vierer in die BBC-Liste „The Sound of 2010“ und auf Platz 17 der UK-Charts brachte.

Jetzt folgt mit „Arc“ der zweite Streich der Briten, die bereits Anfang des Jahres die Single-Auskopplung „Kemosabe“ veröffentlicht haben. Man bleibt hier wie auch bei den übrigen zwölf Songs des Follow-Up-Albums den eher ungewohnten Beats und Tonübergängen treu und auch die Stimme von Mr. Higgs schraubt sich erneut in ungeahnte Höhen. Den Opener „Cough Cough“ gab es ebenfalls bereits als Single (#37 in Great Britain) und natürlich wird auch an dieser Stelle gefrickelt und mit den verschiedenen Rhythmen gespielt, was das Zeug hält. In diesem Sinne schließen sich zudem „Torso of The Week“ und das geigengeschwängerte, mehrstimmige „Duet“ an. Zeit zum Luftholen gibt es bei EE nur selten, das Quartett hat ganz offensichtlich Hummeln im Hintern, denn auch „Choice Mointain“ wechselt gern zwischen schnellen und langsamen Passagen, während „Feet For Hands“ mit viel Druck nach vorn prescht. Hier hätte ich mir etwas sonorere Vocals gewünscht, doch man setzt mit Jonathan offensichtlich auf stimmliche Dramatik, die er beim ruhigen, orgeldominierten „Undrowned“ auf die Spitze treiben darf. Auch der Titelsong „_Arc_“ bleibt in einem ähnlichen Umfeld, um mit „Amourland“ wieder in experimentelle Untiefen abzutauchen. Währenddessen scheppert es beim düster-verträumten „The House Is Dust“ dezent, wohingegen „Radiant“ sich elektroinfiziertem Brit-Pop verschrieben hat, der sich deutlich eingängiger präsentiert als seine Vorgänger. Dafür empfängt „The Peaks“ den geneigten Hörer mit reduzierten Klavierakkorden und Herzschlag-Beats, bevor auf der Zielgeraden mit „Don’t Try“ noch einmal Tempo und Geschwurbel angesagt sind.

Der Falsett-Gesang von Jonathan Higgs wird mit Sicherheit nicht jedermanns Geschmack sein, auch die vielen Breaks und nicht immer pflegeleichten Soundstrukturen passen nicht wirklich ins Mainstream-Schema. Fragt man den Fronter, wie die Musik stilistisch am besten einzuordnen sei, dann antwortet er, dass sie wohl Pop machten, weil sie im Radio gespielt werden. Und da sie einen Gitarristen und einen Drummer haben und in England beheimatet sind, machen sie Indie. Wenn sie schon in eine Sparte gesteckt werden müssten, dann soll es aber bitte die sein, in der auch RADIOHEAD stecken. Nun, es ist auf jeden Fall nicht auszuschließen, dass RADIOHEAD-Fans auch den experimentellen Indie-Pop von EVERYTHING EVERYTHING mögen, mit „Arc“ haben die vier Jungs auf jeden Fall ordentlich abgeliefert, wenn es ein bisschen Post-Punk-Indie-Synthpop-Avantgarde-Electro sein darf.

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