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EVOL - The Saga of the Horned King/ Dreamquest (Re-Release)

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Artist EVOL
Title The Saga of the Horned King/ Dreamquest (Re-Release)
Homepage EVOL
Label NO COLOURS RECORDS
Leserbewertung
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Sicherlich nicht gerade für politisch einwandfreie Bands bekannt, haben No Colours dieses Mal eine kleine Perle ausgegraben und diese wieder veröffentlicht. Die Rede ist hier von den legendären italienischen Symphonic Black Metallern EVOL (steht für „Love“ rückwärts).

„The Saga of the Horned King“ klingt auf den ersten Blick böser als es eigentlich ist, wobei „Saga“ schon recht gut gewählt ist, erzählen die Italiener hier doch von Sagen, Mythen und Abenteuer. So bekommt man in der ersten Hälfte der Platte fast ausschließlich mittelalterliche Klänge, Soundtrack-artige Synth-Melodien und düster gesprochene Verse geboten, dazu lauscht man der Natur, dem Wald, dem Regen und galoppierenden Pferden. Als Dreh- und Wendepunkt erweist sich dann „Prologue (Waiting for His coming)“. Mystische Keyboard-Melodien, eingängig-hypnotische Riffs und ein schleppend-doomiger Rhythmus führen den Hörer in eine wahre satanische Trance, zu der „Suspiria (The Princess of Disease)“ mit ihrer klaren und eindringlichen Stimme den Gehörnten persönlich beschwört. Nach dem mittelalterlichen Intermezzo „The Eve“ geht es dann mit „The Return of the Horned King“ zum ersten Mal wirklich schwarzmetallisch zu Werke. Doch auch hier verfallen die Herren Giordano Bruno („The Prince of Agony“) und Samael von Martin („The Lord of Sorrow“) nicht in fiese Raserei, sondern fügen ihrem Mittelalter/ Fantasy-Sound allenfalls einige kräftigere Riffs und energischen Screams hinzu, was der ansonsten eher mystischen Atmosphäre sicherlich den gewünscht bösen Touch verleiht. Das abschließende Titelstück schließt das Debüt der Italiener dann schlüssig mit Soundtrack-Sounds aus dem Keyboard ab und erschreckt einen am Ende dann noch mit Baby-Geschrei. Ein sehr interessanter Output in für damalige Zeiten ungewöhnlich guter Qualität, zumal aus Italien.

Zwei Jahre später folgt 1996 mit „Dreamquest“ der logische Nachfolger. Okkulte Mythen, düstere Geschichten und Horror-Sagen werden auch hier erzählt. Und auch wenn ein großer Wurf wie „Prologue“ auf dieser Platte fehlt, klingen die Songs auf der zweiten Langrille der Italiener eine ganze Ecke schlüssiger und besser arrangiert. Zudem traut man sich einfach mehr. Es gibt natürlich weiterhin die symphonischen Tracks mit Synth-Melodien, Mittelaltersounds, Natur-Geplätscher und Huf-Getrappel („Sona-Nyl“, „Celephais“). Doch z.B. bei „Flying with Night-Gaunts“ und „The Ancient King of Ice“ geht es dann auch mal thrashig/ blackig zu Werke, was zusammen mit den theatralisch eingesetzten weiblichen und cleanen männlichen Vocals eine dramatische Stimmung erzeugt. Alleine beim 10 Minüter „The Black Crystal of Astar“ verrennt man sich in seiner Fantasy-Welt und verliert sich in den theatralischen Klängen zwischen Mystik, Mittalter, Fantasy und Black Metal. Schade, denn aus dem soliden Ansatz hätte viel mehr machen können.

Leider verliert sich die Spur der talentierten Italiener irgendwann um 2001 und seitdem ist nichts mehr über EVOL bekannt. Schade, denn mit „The Sage of the Horned King“ und „Dreamquest“ konnte man zwei sehr ordentliche Symphonic/ Fantasy- Black Metal-Alben vorlegen, die mit ihrem Hang zu Lovecraft-Theatralik gerade in den heutigen Zeiten sicherlich einige neue Fans gewinnen würden.

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