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EWIGHEIM - Nachruf

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Artist EWIGHEIM
Title Nachruf
Homepage EWIGHEIM
Label MASSACRE
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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8.0/10 (4 Bewertungen)

Manche Bands wissen ihre Fans zu überraschen. Nach 2002 („Mord nicht ohne Grund“) und 2003 („Heimwege“) dauerte es 9 Jahre, bis „Bereue nichts“ auf den Markt kam. Und nun, kaum ein Jahr später folgt auch schon der „Nachruf“. Mal ehrlich – wer hätte damit gerechnet? Umso erstaunter war ich, als ich vom neuen Album hörte und setzte es direkt blind auf meine Wunschliste.

Wenn ich die Diskographie von EWIGHEIM Revue passieren lasse, fällt mir auf, dass die Veröffentlichungen inhaltlich zwar grundlegend die gleichen Themen haben, aber in der Ausführung recht stark variieren. Während das Debüt „Mord nicht ohne Grund“ lyrisch sehr hart und direkt war, wurde in „Heimwege“ erheblich eleganter gedichtet. Hier zeigten die Jungs, dass sie auch leise oder bedächtige Töne anschlagen können („Mondtier“ sei hier erwähnt). Umso härter wirkte dann „Bereue nichts“. Treu dem Stil ihres Debüts wurde hier lyrisch hart gerichtet und vom Leben getrennt, EWIGHEIM halt. Also was kommt nun? Dem logischen Rhythmus zufolge müsste „Nachruf“ wieder wie „Heimwege“ klingen. Und um eines vorweg zu nehmen – EWIGHEIM halten sich an dieses Paradigma. Denn schon beim Piano des Openers „Zwischen Menschen“ werden Erinnerungen an „Heimwege“ wach. Dazu der so typisch doomige Sound der Gitarren und gewisse klassische Elemente. Das folgende „Augen zu“ geht dann musikalisch härter zu Werke. Elektronische Einflüsse und eine düstere Stimmung im Text sprechen für sich. Überhaupt fallen mir speziell die Texte auf. EWIGHEIM scheinen bei diesem Werk einer gewissen Romantik anheim gefallen zu sein. Sei es „Am Meer“, „Ein Nachruf“ oder auch „Himmelfahrt“. Natürlich kommen auch schwarzer Humor und ein Hang zum Makabren nicht zu kurz. Als Beispiele sprechen hier „Heimweh“ oder auch „Falsches Herz“ eine deutliche Sprache. Jedoch ist alles ein wenig eleganter formuliert und nicht so brachial mitten zwischen die Augen wie bei „Bereue nichts“. Zwei Stücke möchte ich aber noch hervorheben: Zum einen ist es das offizielle Ende des Albums mit „Wenn es am schönsten ist“ – so muss ein EWIGHEIM-Album enden, und zum anderen der Bonus-Track der Erstauflage im DigiPak „Sanctum Imperium“. Speziell hier hört man gewisse klangliche Parallelen zu EISREGEN (speziell „19 Nägel für Sophie“). Auch klanglich und optisch macht das Album wieder der Band alle Ehre.

Ich muss hier ganz klar sagen: Wer EWIGHEIM bisher nicht mochte, wird hier auch nicht glücklich werden. Denn auch wenn das Werk wieder mehr in Richtung „Heimwege“ schielt, so ist es dennoch Band-typisch. Es ist zuweilen makaber, sarkastisch und hat einen gewissen Hang zur düsteren Romantik. Musikalisch schwankt es zwischen Elektronik, doomigem Metal und Rock. Aber den Fans der Band kann ich dieses Werk ruhigen Gewissens empfehlen. Und solltet ihr noch die nummerierte Erstauflage im DigiPak bekommen – greift zu. Der Bonus-Track ist es wert.

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