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EXCITER - New Testament

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Artist EXCITER
Title New Testament
Homepage EXCITER
Label OSMOSE PRODUCTIONS
Leserbewertung
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Rockstars verspüren scheinbar ununterbrochen und aus verschiedensten Gründen das Bedürfnis, sich zu bedanken: Bei ihren Freunden (Verpflichtung), bei möglichst bizarren Bands (Credibility), beim Publikum (Applaus) und bei ihrem Label (Kohle). Bei EXCITER sieht die Sache sozusagen genau umgekehrt aus, denn es gibt so manches, wofür man sich als Hörer den altgedienten Recken verpflichtet fühlt. Fangen wir an.

Als erstes möchte man der Band danken für die Beständigkeit ihrer Arbeit. Höchstens MÖTORHEAD, mit denen man im Übrigen vor beinahe zwanzig Jahren auf einer gemeinsamen Tour unterwegs war, haben ein derart hermetisches und auf dem Platz tretendes Oeuvre geschaffen, was in Zeiten, in denen der Griff in die METALICA-Sektion des Plattenschrankes sowohl zu einem Garagenrock-, Country- und demnächst vielleicht Drum n Bass-Album führen kann, durchaus seine Vorzüge hat. Dass gut die Hälfte der hier vertretenen Tracks nach dem exakt identischen Schema und mit den immer gleichen, die geballte Faust vertonenden Grölchören funktioniert ist wahr, dass sie aber dennoch Spaß machen auch. Womit schon der zweite Danksagungsgrund geliefert wäre: Der Fun-Factor! Sicherlich gibt es auch Momente für ALBAN BERGs „Wozzek“, halbstündige JOHN COLTRANE-Soli oder (hüstel) die neue RADIOHEAD. Doch am Ende eines harten Tages schmeckt das kühle Bier dann doch besser als der teure Wein (oder der vom Aldi) und bringen diese fünfzehn Kracher einen bedeutend schneller auf die Beine. Neu eingespielte Klassiker sind es, zum Teil aus den frühen Jahren der Band, aber auch aktuelleren Datums und die Band hat auf dem Presseinfo einige wunderbar lakonische Kommentare dazu abgegeben. „Dynamic Vocals“ heißt es da zu „Rising of the Dead“ „Straight ahead classic EXCITER“ bei „Violence and Force“ und als Sahnhäubchen die „Liner-notes” zu „Rule with an iron Fist“: „Newer EXCITER song with distinct traditional style.“ – alles beim alten also! Zum Schluss gebührt ein Dank für dieses Füllhorn wunderbarer Songs. „Pounding Metal“ ist grooviger und gelassener als das übrige Material und deswegen sogar noch druckvoller, „Blackwitch“ markiert eine gelungene Exkursion in epische Gefilde und das abschließende „Ritual Death“ klingt wie der böse schmutzige Bruder von „Paradise City“.

Auf dem Backcover belegt die Band dann eindrucksvoll, das Stars durchaus nicht schön sein müssen und lässt sich in ganzer Schnäuzer- und Struwelfrisurpracht ablichten, immerhin ohne dabei nach Steinzeitmenschen auszusehen. Wenn man den Gerüchten Glauben schenken darf, dann steht mit dem Bassisten Rob Cohen ein frisches Mitglied des Clans und eine neue Scheibe auf dem Spielplan. Möge auch das Publikum sie mit Dank aufnehmen.

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