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EXHIBIT A - Portrait in rhyme

VN:F [1.9.22_1171]
Artist EXHIBIT A
Title Portrait in rhyme
Homepage EXHIBIT A
Label RISING RECORDS
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„Manchmal ist weniger mehr“ – eine oft nur allzu wahre Phrase, die einmal mehr auch in musikalischen Gefilden heran zu ziehen ist. Anlass dazu gibt einem die Debüt LP von EXHIBIT A namens „Portrait in rhyme“.

Seit der Gründung im Jahre 2000 hat sich das Sextett bemüht, Extrem Metal nach Vorbildern wie MUDVAYNE oder VISION OF DISORDER zu erschaffen, dabei aber versucht, Schubladendenken möglichst wenig Nährboden zu kredenzen. In diesem Vorhaben sind dann nun 13 Kompositionen auf den aktuellen Silberling gepresst worden, mit denen man allerdings ein ganzes Stück über das Ziel hinaus geschossen ist. Das fängt schon mit den beiden Vokalisten Jon und Bez an, die mit ihren wirren Shouts eine möglichst „kranke“ Atmosphäre schaffen wollen, dabei aber scheinbar einfach nur wahllos rumschreien, mit der Absicht den anderen möglichst übertönen zu wollen. Was beim Opener „Eden will die“ noch halbwegs aufgeht, schlägt dann schon beim folgenden, eigentlich ganz cool startenden „Personification of people“ eine Richtung ein, die einfach nicht mehr angenehm zu hören ist. Das klingt nicht „gewollt krank“, das klingt „nicht gekonnt krank“! Als dann noch bei „Pools of broken glass“ ziemlich geschrebbelter Klargesang dazu kommt, ist das als Element vielleicht ganz schön, in der Umsetzung aber sehr hässlich. Hin und wieder versucht man sich dann auch mal gegenseitig oder sich selber zu doppeln, doch auch das ist nicht wirklich im Guten geendet. Eigentlich schade, mögen die beiden rein stimmtechnisch ganz gut zusammen passen, hapert es doch gewaltig am Zusammenspiel. Ihre Kollegen an den Instrumenten unterlegen das ganze dann mit einem Nu Metalischen Soundgerüst und könnten vielleicht sogar noch etwas retten, verlieren sich dann aber zu oft in belanglosem Riffing und herzlosen Drums. Die etwas schwachbrüstige Produktion trägt ihren Teil entsprechend dazu bei. Das 1:09 minütige „ACCP“ überrascht dann allerdings plötzlich mit seichter Gitarre und gelungenem, gefühlvollem Gesang – allerdings nur für die ersten 20 Sekunden, denn dann lassen es EXHIBIT A (nicht zu verwechseln mit XZIBIT) wieder soweit kommen, wie es für diese Scheibe schon fast paradetypisch ist: man übertreibt es einfach. Selbst eine Komposition, die eigentlich nur mit einer Gitarre und Gesang auskommt, überlädt man, in dem man noch gefühlte 10 weitere Stimmen asynchron mit rein ballert; und schon verkriecht sich das gerade wieder erkämpfte Wohlwollen wieder verängstigt in eine dunklen Ecke. An vielerlei Stellen hat man den Eindruck, man würde Songs von MUDVAYNE, SLIPKNOT und MUSHROOMHEAD hören – allerdings allesamt gleichzeitig und aus einer einzelnen Box!

Das ist alles in allem sehr schade, birgt „Portrait in Rhyme“ doch ein paar nette Ansetze. Leider hat man aber den Eindruck, dass EXHIBIT A während der fast 40 Minuten Spielzeit versuchen, jeden Beweis dafür unter ihrem Klangbrei verstecken zu wollen. Es gehört einfach mehr dazu, als alles, was man sich zusammenspielt und -schreit durcheinander zu werfen und dann zu sagen: „Boah, ist das krank!“ Wer schon einmal bei einer 1.Klässler-Gesangsaufführung war und sich dabei „In der Weihachtsbäckerei“ anhören musste, denkt ja auch nicht (zumindest ernsthaft): „geiler Extrem Metal“! Für dieses Genre brauch man halt doch musikalisches Verständnis, deswegen sind MUDVAYNE auch genial – und EXHIBIT A mit diesem Werk zumindest nur… sagen wir mal „bemüht“.

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