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EXPLIZIT EINSAM - Reflexion:unendlich

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Artist EXPLIZIT EINSAM
Title Reflexion:unendlich
Homepage EXPLIZIT EINSAM
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Unglaublich, wie die Zeit vergeht. Die Veröffentlichung des letzten Albums des Projektes um Andreas J. Ohle ist schon wieder gute 4 Jahre her. Nachdem man „auf ewig“ über den mittlerweile von der Bildfläche verschwundenen Vertrieb SXDistribution auf den Markt gebracht hatte, wurde diese Aufgabe für die aktuelle Produktion „Refexion:unendlich“ wieder in die eigenen Hände gelegt.

Den Hörer erwartet erneut eine Reise in die Welten der „Neuen deutschen Todeskunst“, in der auch Bands wie RELATIVES MENSCHSEIN, GOETHES ERBEN oder DAS ICH umhergesegelt sind. Viele Bands aus dieser Ecke existieren heute nicht mehr oder sie haben sich anderen Genres zugewandt. Nicht so EXPLIZIT EINSAM, die mittlerweile auch auf eine sehr lange Historie zurückblicken. Hier wird diese Spielart konsequent weitergetrieben. Gerade diese Kontinuität verschafft dem Projekt zu einer sehr erfrischenden Authentizität. Die Songs bauen sich zumeist auf musikalischen Grundthemen auf, die EXPLIZIT EINSAM düster, morbide und kalt wirken lassen. „Unschein“ eröffnet ein Album, welches einen großen Schwerpunkt auf die Texte legt, was man heute leider nicht mehr von vielen Bands sagen kann. Nach dem etwas ruhigeren Opener ist „Wunsch“ ein richtig tanzbarer Song, der seine treibende Kraft vor allem aus dem gelungenen Rhythmus im Zusammenspiel mit einer sehr eingängigen Melodie erfährt. Der „Schattentanz“ ist geprägt von Marschtrommeln, „Wider den Korpus“ von bedrohlichen Klavierklängen und „Wandel im Geiste“ von soundtrackartigen Tonfolgen, die gut zu einem Psychothriller passen würden. „Carpe Noctem“ beginnt mit Orgelspiel (ist das eine Orgel?), das mich an Jahrmärkte in alten Grusel-Filmen erinnert. Ein echtes Highlight ist „Irrweg“, das wundervoll geeignet ist, die Augen zu schließen und die Sounds einfach nur auf sich wirken zu lassen.

„Erosion“ beendet die „Refexion:unendlich“, die man als ein sehr gut gelungenes „Todeskunst“-Album bezeichnen darf. Mastermind Andreas J. Ohle versteht es einmal mehr, mit minimalen, aber niemals langweiligen Melodien und morbider, düsterer Poesie zu überzeugen. Schön, dass mit EXPLIZIT EINSAM immer noch eine so gute Band in diesem Genre existiert.

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